Rei­se­kos­ten bei einem Sprach­kurs im Aus­land

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs sind auch Auf­wen­dun­gen für der beruf­li­chen Fort­bil­dung die­nen­de Rei­sen dann als Wer­bungs­kos­ten abzieh­bar, wenn sie durch den Beruf ver­an­lasst sind. Bei einem Fort­bil­dungs­lehr­gang zum Erwerb oder zur Ver­tie­fung von Fremd­spra­chen­kennt­nis­sen, der nicht am Wohn­ort des Steu­er­pflich­ti­gen oder in des­sen Nähe statt­fin­det 1, ist im Rah­men einer Gesamt­wür­di­gung wei­ter zu bestim­men, ob neben den rei­nen Kurs­ge­büh­ren auch die Auf­wen­dun­gen für die mit dem Sprach­kurs ver­bun­de­ne Rei­se beruf­lich ver­an­lasst und dem­zu­fol­ge als Wer­bungs­kos­ten abzieh­bar sind.

Rei­se­kos­ten bei einem Sprach­kurs im Aus­land

Der voll­stän­di­ge Abzug auch die­ser Auf­wen­dun­gen setzt vor­aus, dass die Rei­se aus­schließ­lich oder nahe­zu aus­schließ­lich der beruf­li­chen Sphä­re zuzu­ord­nen ist. Das ist bei aus­wär­ti­gen Sprach­lehr­gän­gen eben­so wie bei sons­ti­gen Rei­sen vor allem dann der Fall, wenn ihnen offen­sicht­lich ein unmit­tel­ba­rer beruf­li­cher Anlass zugrun­de liegt und die Ver­fol­gung pri­va­ter Reise­in­ter­es­sen nicht den Schwer­punkt bil­det 2.

Liegt der Rei­se kein unmit­tel­ba­rer beruf­li­cher Anlass zugrun­de, sind nach den Grund­sät­zen, die der Gro­ße Senat des Bun­des­fi­nanz­hofs in sei­nem Beschluss vom 21. Sep­tem­ber 2009 3 auf­ge­stellt hat, die mit dem Sprach­kurs ver­bun­de­nen Rei­se­kos­ten auf­zu­tei­len, sofern der erwerbs­be­zo­ge­ne Anteil nicht von unter­ge­ord­ne­ter Bedeu­tung ist.

Im Fall der Auf­tei­lung der mit einem Sprach­kurs ver­bun­de­nen Rei­se­kos­ten darf nach der BFH-Ent­schei­dung vom 24. Febru­ar 2011 4 der tou­ris­ti­sche Wert des Auf­ent­halts am Kurs­ort nicht unbe­ach­tet blei­ben. Anders als bei sons­ti­gen der Fort­bil­dung die­nen­den Rei­sen besteht bei Sprach­rei­sen für die Wahl des aus­wär­ti­gen Kur­sor­tes regel­mä­ßig kei­ne unmit­tel­ba­re beruf­li­che Ver­an­las­sung. Des­halb wird die Orts­wahl in die­sen Fäl­len auch von pri­va­ten, in der Regel tou­ris­ti­schen Inter­es­sen des Steu­er­pflich­ti­gen bestimmt sein. Man­gels eines ande­ren Auf­tei­lungs­maß­stabs kann in die­sen Fäl­len von einer hälf­ti­gen Auf­tei­lung sämt­li­cher mit der Rei­se ver­bun­de­nen Kos­ten aus­ge­gan­gen wer­den.

  1. aus­wär­ti­ger Sprach­kurs[]
  2. BFH, Urtei­le vom 27.08.2002 – VI R 22/​01, BFHE 200, 250, BSt­Bl II 2003, 369; vom 27.07.2004 – VI R 81/​00, BFH/​NV 2005, 42; vom 14.04.2005 – VI R 6/​03, – VI R 122/​01, BFH/​NV 2005, 1544; vom 19.12.2005 – VI R 88/​02, BFH/​NV 2006, 730; – VI R 89/​02, BFH/​NV 2006, 934[]
  3. BFH, Beschluss vom 21.09.2009 – GrS 1/​06, BFHE 227, 1, BSt­Bl II 2010, 672[]
  4. BFH, Urteil vom 24.02.2011 – VI R 12/​10, BFHE 233, 123, BSt­Bl II 2011, 796[]