Sind Gewin­ne aus binä­ren Optio­nen steu­er­pflich­tig?

Beim Han­del mit Binä­ren Optio­nen sind Gewin­ne auf jeden Fall steu­er­pflich­tig. Sie kön­nen aber mit Ver­lus­ten aus jedem Kapi­tal­an­la­ge­ge­schäft – dem mit Binä­ren Optio­nen oder ande­ren Anla­ge­klas­sen – ver­rech­net wer­den. Was schon lan­ge nicht mehr funk­tio­niert, ist das Ver­rech­nen der Ver­lus­te mit Gewin­nen aus ande­ren Ein­kunfts­ar­ten.

Sind Gewin­ne aus binä­ren Optio­nen steu­er­pflich­tig?

Steu­er­art der Gewin­ne aus dem Binär­han­del

Die­se Gewin­ne unter­lie­gen der pau­scha­len Kapi­tal­ertrag­steu­er , einer Klas­se der Ein­kom­men­steu­er, die bei inlän­di­schen Bro­kern und Geld­in­sti­tu­ten (im Fal­le von Zins­ge­win­nen) als Quel­len­steu­er erho­ben wird (daher "Abgel­tungs­teu­er"). Bei aus­län­di­schen Bro­kern trifft das nicht in jedem Fall zu. Genau hier liegt der Knack­punkt bei Gewin­nen auf Binä­re Optio­nen. Hier zunächst ein­mal die wich­tigs­ten Fak­ten zu den Steu­ern auf Binä­re Optio­nen Gewin­ne:

Die Höhe der Kapi­tal­ertrags­steu­er beträgt durch den Berech­nungs­schlüs­sel

  • 26,375 % ohne Kir­chen­steu­er,
  • 27,82 % bei 8 % Kir­chen­steu­er (Bay­ern, Baden-Würt­tem­berg) und
  • knapp 28 % bei 9 % Kir­chen­steu­er.

Abfüh­rung der Kapi­tal­ertrags­steu­er

Die Kapi­tal­ertrags­steu­er wird von deut­schen Kre­dit­in­sti­tu­ten und den an sie ange­schlos­se­nen Bro­kern als anony­me Quel­len­steu­er an das Finanz­amt abge­führt. Quel­len­steu­er bedeu­tet, dass die Steu­er an der Quel­le ihrer Ent­ste­hung erho­ben wird. Die­se Rege­lung hat meh­re­re Kon­se­quen­zen. Zunächst ein­mal hat der Tra­der über­haupt kei­nen Ein­fluss auf die­se Art der Besteue­rung. Sie wird auto­ma­tisch von sei­nem Kon­to aus abge­führt, das daher bei ent­spre­chen­dem Gewinn genü­gend Deckung auf­wei­sen muss. Ansons­ten klagt der Bro­ker die Steu­er ein und/​oder mel­det den Tra­der dem Finanz­amt. Wenn aber alles funk­tio­niert, bleibt die Besteue­rung anonym: Der Tra­der kann sie, muss sie aber nicht in sei­ner Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung ange­ben. Soll­te er aber Gewin­ne gegen Ver­lus­te aus ande­ren Kapi­tal­erträ­ge ver­rech­nen wol­len, die auf ver­schie­de­nen Tra­ding­kon­ten ent­stan­den sind, muss er die Ein­künf­te und Ver­lus­te peni­bel offen­le­gen. Das­sel­be betrifft die Steu­er­last bei aus­län­di­schen Bro­kern, die kei­ne Steu­er an den deut­schen Fis­kus abfüh­ren. Gera­de bei Binä­ren Optio­nen ist das oft der Fall. Hier droht den Tra­dern eine gewis­se Gefahr.

Besteue­rung von im Aus­land erziel­ten Kapi­tal­ge­win­nen

Eini­ge aus­län­di­sche Bro­ker wei­sen die Tra­der expli­zit auf die Ein­hal­tung ihrer jewei­li­gen ein­hei­mi­schen Steu­er­ge­set­ze hin, ande­re nicht. Tra­der kön­nen aber grund­sätz­lich davon aus­ge­hen, dass

  • aus­län­di­sche Bro­ker kei­ne Quel­len­steu­er an den deut­schen Fis­kus abfüh­ren und
  • das Finanz­amt die Gewin­ne im Zuge einer Steu­er­prü­fung bemer­ken wür­de, weil sie näm­lich auf das Refe­renz­kon­to des Tra­ders aus­ge­zahlt wer­den.

Daher müs­sen Tra­der Gewin­ne aus Binä­ren Optio­nen selbst­stän­dig in ihrer Steu­er­erklä­rung ange­ben.