EK02 euro­pa­rechts­wid­rig?

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat bei der Aus­schüt­tung von EK02 an EU-Aus­län­der Zwei­fel an der Veein­bar­keit des deutschn Rechts mit dem EU-Recht und daher dem EuGH meh­re­re Rechts­fra­gen zur Vor­ab­ent­schei­dung vor­ge­legt. In ver­gleich­ba­ren Fäl­len soll­ten daher die Steu­er­be­schei­de auf alle Fäl­le offen gehal­ten wer­den.

EK02 euro­pa­rechts­wid­rig?

Im Ein­zel­nen hat der BFH dem EuGH fol­gen­de Rechts­fra­gen vor­ge­legt:

1. Stellt es einen Abzug von der Quel­le i.S. von Art. 5 Abs. 1 der Richt­li­nie 435/​90/​EWG des Rates vom 23. Juli 1990 (ABlEG Nr. L 225, 6, berich­tigt ABlEG Nr. L 266, 20) über das gemein­sa­me Steu­er­sys­tem der Mut­ter- und Toch­ter­ge­sell­schaf­ten ver­schie­de­ner Mit­glied­staa­ten (Mut­ter­/­Toch­ter-Richt­li­nie, nun­mehr Art. 5 i.d.F. der Richt­li­nie 2003/​123/​EG vom 22. Dezem­ber 2003, ABlEG 2004 Nr. L 7, 41) dar, wenn das natio­na­le Recht vor­schreibt, dass bei der Aus­schüt­tung von Gewin­nen durch eine Toch­ter­ge­sell­schaft an ihre Mut­ter­ge­sell­schaft Ein­künf­te und Ver­mö­gens­meh­run­gen der Kapi­tal­ge­sell­schaft besteu­ert wer­den, die nach natio­na­lem Recht nicht besteu­ert wür­den, wenn sie bei der Toch­ter­ge­sell­schaft ver­blie­ben und nicht an die Mut­ter­ge­sell­schaft aus­ge­schüt­tet wür­den.

2. Falls die ers­te Fra­ge ver­neint wird: Ist es mit Art. 73b und 73d EGV (bzw. Art. 56 und 58 EG) sowie Art. 52 EGV (bzw. Art. 43 EG) ver­ein­bar, wenn eine natio­na­le Rege­lung die abwei­chen­de Ver­rech­nung der Gewinn­aus­schüt­tung einer Kapi­tal­ge­sell­schaft mit Eigen­ka­pi­tal­an­tei­len die­ser Gesell­schaft mit der Fol­ge einer dadurch aus­ge­lös­ten steu­er­li­chen Belas­tung auch in Fäl­len vor­sieht, in denen die Kapi­tal­ge­sell­schaft nach­weist, dass sie an gebiets­frem­de Anteils­eig­ner Divi­den­den aus­ge­schüt­tet hat, obwohl ein sol­cher Anteils­eig­ner nach natio­na­lem Recht anders als ein gebiets­an­säs­si­ger Anteils­eig­ner nicht berech­tigt ist, die fest­ge­setz­te Kör­per­schaft­steu­er auf sei­ne eige­ne Steu­er anzu­rech­nen.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 22. Febru­ar 2006 – I R 56/​05