Steu­er­klas­sen­wahl für Ehe­gat­ten für 2007

Ehe­gat­ten, die bei­de unbe­schränkt steu­er­pflich­tig sind, nicht dau­ernd getrennt leben und bei­de Arbeits­lohn aus einem akti­ven Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis bezie­hen, kön­nen für den Lohn­steu­er­ab­zug wäh­len, ob sie bei­de in die Steu­er­klas­se IV ein­ge­ord­net wer­den wol­len oder ob einer von ihnen (der Höher­ver­die­nen­de) nach Steu­er­klas­se III und der ande­re nach Steu­er­klas­se V besteu­ert wer­den will. Die Steu­er­klas­sen­kom­bi­na­ti­on III/​V ist so gestal­tet, dass die Sum­me der Steu­er­ab­zugs­be­trä­ge bei­der Ehe­gat­ten in etwa der zu erwar­ten­den Jah­res­steu­er ent­spricht, wenn der in Steu­er­klas­se III ein­ge­stuf­te Ehe­gat­te ca. 60 v.H., der in Steu­er­klas­se V ein­ge­stuf­te ca. 40 v.H. des gemein­sa­men Arbeits­ein­kom­mens erzielt. Es bleibt den Ehe­gat­ten unbe­nom­men, sich trotz­dem für die Steu­er­klas­sen­kom­bi­na­ti­on IV/​IV zu ent­schei­den, wenn sie den höhe­ren Steu­er­ab­zug bei dem Ehe­gat­ten mit der Steu­er­klas­se V ver­mei­den wol­len; dann ent­fällt jedoch für den ande­ren Ehe­gat­ten die güns­ti­ge­re Steu­er­klas­se III.
Um zu prü­fen, wel­che Steu­er­klas­sen­kom­bi­na­ti­on (IV/​IV oder III/​V) für die Ehe­gat­ten die güns­tigs­te ist, kön­nen die anhän­gen­den, vom Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um und den obers­ten Finanz­be­hör­den der Län­der aus­ge­ar­bei­te­ten Tabel­len die­nen. Aus ihnen kön­nen die Ehe­gat­ten nach der Höhe ihrer monat­li­chen Arbeits­löh­ne die Steu­er­klas­sen-kom­bi­na­ti­on fest­stel­len, bei der sie die gerings­te Lohn­steu­er ent­rich­ten müs­sen.

Steu­er­klas­sen­wahl für Ehe­gat­ten für 2007

Soweit beim Lohn­steu­er­ab­zug Frei­be­trä­ge zu berück­sich­ti­gen sind, sind die­se vor Anwen­dung der jeweils in Betracht kom­men­den Tabel­le vom monat­li­chen Brut­to­ar­beits­lohn abzu­zie­hen.

Die Tabel­len erleich­tern ledig­lich die Wahl der für den Lohn­steu­er­ab­zug güns­tigs­ten Steu­er­klas­sen­kom­bi­na­ti­on. Ihre Aus­sa­gen sind auch nur in den Fäl­len genau, in denen die Monats­löh­ne über das gan­ze Jahr kon­stant blei­ben. Im übri­gen besagt die im Lau­fe des Jah­res ein­be­hal­te­ne Lohn­steu­er noch nichts über die Höhe der Jah­res­steu­er­schuld. Die vom Arbeits­lohn ein­be­hal­te­nen Beträ­ge an Lohn­steu­er stel­len im Regel­fall nur Vor­aus­zah­lun­gen auf die end­gül­ti­ge Jah­res­steu­er­schuld dar. In wel­cher Höhe sich nach Ab-lauf des Jah­res Erstat­tun­gen oder Nach­zah­lun­gen erge­ben, lässt sich nicht all­ge­mein sagen; hier kommt es immer auf die Ver­hält­nis­se des Ein­zel­fal­les an. Das Finanz­amt kann im übri­gen für Arbeit­neh­mer, die zur Ein­kom­men­steu­er ver­an­lagt wer­den, auch Ein­kom­men­steu­er-Vor­aus­zah­lun­gen fest­set­zen, wenn damit zu rech­nen ist, dass die Jah­res­steu­er­schuld die ein­zu­be­hal­ten­de Lohn­steu­er über­steigt.
Bei der Wahl der Steu­er­klas­sen­kom­bi­na­ti­on soll­ten die Ehe­gat­ten auch dar­an den­ken, dass die Steu­er­klas­sen­kom­bi­na­ti­on auch die Höhe bestimm­ter Lohn­er­satz­leis­tun­gen, wie etwa Arbeits­lo­sen­geld, Unter­halts­geld, Kran­ken­geld, Ver­sor­gungs­kran­ken­geld, Ver­letz­ten­geld, Über­gangs­geld und Eltern­geld, beein­flus­sen kann. Eine vor Jah­res­be­ginn getrof­fe­ne Steu­er­klas­sen­wahl wird bei der Gewäh­rung von Lohn­er­satz­leis­tun­gen von der Agen­tur für Arbeit grund­sätz­lich aner­kannt. Wech­seln Ehe­gat­ten im Lau­fe des Kalen­der­jahrs die Steu­er­klas­sen, kön­nen sich bei der Zah­lung von Lohn­er­satz­leis­tun­gen, z.B. wegen Arbeits­lo­sig­keit eines Ehe­gat­ten, uner­war­te­te Aus­wir­kun­gen erge­ben. Des­halb soll­ten Arbeit­neh­mer, die damit rech­nen, in abseh­ba­rer Zeit eine Lohn­er­satz­leis­tung für sich in Anspruch neh­men zu müs­sen oder die­se bereits bezie­hen, vor der Neu­wahl der Steu­er­klas­sen­kom­bi­na­ti­on zu deren Aus­wir­kung auf die Höhe der Lohn­er­satz­leis­tung den zustän­di­gen Sozi­al­leis­tungs­trä­ger befra­gen.

In den Fäl­len, in denen die Ehe­gat­ten bis­her schon bei­de Arbeits­lohn bezo­gen haben, trägt die Gemein­de auf den Lohn­steu­er­kar­ten für 2007 die Steu­er­klas­se ein, die auf den Lohn­steu­er­kar­ten für 2006 beschei­nigt waren. Die Ehe­gat­ten haben jedoch die Mög­lich­keit, die Steu­er­klas­sen­ein­tra­gung vor dem 1. Janu­ar 2007 von der Gemein­de, die die Lohn­steu­er­kar­ten aus­ge­stellt hat, ändern zu las­sen. Ein Steu­er­klas­sen­wech­sel im Lau­fe des Jah­res 2007 kann in der Regel nur ein­mal, und zwar spä­tes­tens bis zum 30. Novem­ber 2007, bei der Gemein­de bean­tragt wer­den. Nur in den Fäl­len, in denen im Lau­fe des Jah­res 2007 ein Ehe­gat­te aus dem Dienst­ver­hält­nis aus­schei­det oder ver­stirbt, kann die Gemein­de bis zum 30. Novem­ber 2007 auch noch ein wei­te­res Mal einen Steu­er­klas­sen­wech­sel vor­neh­men. Bei einer Ände­rung der Steu­er­klas­sen oder einem Steu­er­klas­sen­wech­sel sind bei­de Lohn­steu­er­kar­ten bei der Gemein­de vor­le­gen.