Maschi­nel­le Beglau­bi­gung eines Gerichts­be­scheids

Wie bei der Zustel­lung eines Urteils oder ande­rer Ent­schei­dun­gen genügt für die Zustel­lung des Gerichts­be­scheids gemäß §§ 104, 106, 155 Satz 1 FGO i. V. m. § 169 Abs. 3 ZPO die Beglau­bi­gung durch maschi­nel­le Bear­bei­tung, ver­se­hen mit dem Gerichts­sie­gel, ohne hand­schrift­li­che Unter­zeich­nung.

Maschi­nel­le Beglau­bi­gung eines Gerichts­be­scheids

Eine Gerichts­kos­ten-Erin­ne­rung ist unzu­läs­sig, soweit kei­ne kos­ten­recht­li­chen Gesichts­punk­te gel­tend gemacht wer­den1, son­dern "feh­len­de Recht­mä­ßig­keit" des Gerichts­be­scheids vom 27.07.2015 1 K 73/​15 ein­ge­wandt wird, der gemäß Zustel­lungs­ur­kun­de vom 30.07.2015 zuge­stellt wur­de und einen Monat spä­ter gemäß § 90a FGO in Urteils­rechts­kraft erwach­sen ist.

Eben­so wie der Kos­ten­be­am­te im Kos­ten­an­satz­ver­fah­ren ist im Erin­ne­rungs­ver­fah­ren der Kos­ten­se­nat bzw. des­sen ori­gi­nä­rer Ein­zel­rich­ter an die im Kla­ge­ver­fah­ren getrof­fe­nen Ent­schei­dun­gen ein­schließ­lich der Kos­ten­last­ent­schei­dung gebun­den2.

Die Erin­ne­rung ist zumin­dest unbe­grün­det, soweit gel­tend gemacht wird, der Gerichts­be­scheid sei "for­mal nicht rechts­gül­tig", weil er als Kopie ohne Unter­schrift ver­schickt wor­den sei und ange­sichts des tech­ni­schen Kopier­vor­gangs davon aus­zu­ge­hen sei, dass auch das Ori­gi­nal kei­ne Unter­schrift tra­ge. Der Gerichts­be­scheid trägt im Ori­gi­nal die Unter­schrift der gemäß § 79a Abs. 2, 4 FGO als Bericht­erstat­te­rin zustän­di­gen Rich­te­rin des für die Sach­ent­schei­dung zustän­di­gen 1. Senats

Wie bei der Zustel­lung eines Urteils oder ande­rer Ent­schei­dun­gen genügt für die Zustel­lung des Gerichts­be­scheids gemäß §§ 104, 106, 155 Satz 1 FGO i. V. m. § 169 Abs. 3 ZPO die Beglau­bi­gung durch maschi­nel­le Bear­bei­tung, ver­se­hen mit dem Gerichts­sie­gel, ohne hand­schrift­li­che Unter­zeich­nung.

Finanz­ge­richt Ham­burg, Beschluss vom 18. Janu­ar 2016 – 3 KO 27/​16

  1. vgl. BFH, Beschluss vom 03.08.2005 – IX S 14/​05, BFH/​NV 2005, 1865 []
  2. vgl. FG Ham­burg, Beschluss vom 30.11.2012 – 3 KO 205/​12; BFH, Beschlüs­se vom 14.04.2008 – IX E 2/​08; vom 03.07.2006 – VI S 8/​06, BFH/​NV 2006, 1867; vom 01.09.2005 – III E 1/​05, BFH/​NV 2006, 92; und vom 29.07.1997 – VII E 7/​97, BFH/​NV 1998, 618 []