Protokoll zur mündlichen Verhandlung – und seine Beweiskraft

§ 165 Satz 1 ZPO sieht vor, dass die Beachtung der für die mündliche Verhandlung vorgeschriebenen Förmlichkeiten nur durch das Protokoll bewiesen werden kann.

Protokoll zur mündlichen Verhandlung – und seine Beweiskraft

Zu diesen Förmlichkeiten gehören die wesentlichen Vorgänge der Verhandlung i.S. des § 160 Abs. 2 ZPO1. Als ein solcher Verfahrensvorgang ist die Einhaltung der § 285 Abs. 1, § 279 Abs. 3 ZPO anzusehen2.

Da der Kläger im Vorfeld keinen Antrag auf Protokollberichtigung beim Finanzgericht gestellt hat (vgl. § 94 FGO i.V.m. § 164 ZPO), ist davon auszugehen, dass der Inhalt des Verhandlungsprotokolls sachlich zutrifft3. Im Übrigen hat der Kläger im vorliegenden Fall auch nicht behauptet, es liege eine Protokollfälschung vor (vgl. § 94 FGO i.V.m. § 165 Satz 2 ZPO).

Bundesfinanzhof, Beschluss vom 18. August 2015 – III B 112/14

  1. vgl. BFH, Beschluss vom 17.03.2008 – X B 93/07, BFH/NV 2008, 1181, unter II. 2.b[]
  2. vgl. BGH, Urteil in NJW 1990, 121, unter II. 2.a[]
  3. vgl. BFH, Beschluss vom 28.10.2005 – III B 107/05, BFH/NV 2006, 549, unter II. 2.a bb[]

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