Vor­steu­er­ab­zug bei Erwerb und Umbau eines Misch­ge­bäu­des

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat sei­ne bis­he­ri­ge Recht­spre­chung zum Vor­steu­er­ab­zug bei Erwerb und erheb­li­chem Umbau eines gemischt genutz­ten Gebäu­des bestä­tigt und damit die Auf­fas­sung des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums der Finan­zen in des­sen Nicht­an­wen­dungs­er­lass vom 22. Mai 2007 abge­lehnt.

Vor­steu­er­ab­zug bei Erwerb und Umbau eines Misch­ge­bäu­des

Nach der Recht­spre­chung des BFH gel­ten für den Vor­steu­er­ab­zug bei Erwerb und erheb­li­chem Umbau eines gemischt genutz­ten Gebäu­des fol­gen­de Grund­sät­ze:

  • Vor­greif­lich ist zu ent­schei­den, ob es sich bei den Umbau­maß­nah­men nur um Erhal­tungs­auf­wand am Gebäu­de oder um anschaf­fungs­na­hen Auf­wand zur Gebäu­de­an­schaf­fung han­delt oder ob ins­ge­samt die Her­stel­lung eines neu­en Gebäu­des anzu­neh­men ist.
  • Geson­dert zu beur­tei­len sind Vor­steu­er­be­trä­ge, die den Gegen­stand selbst (Gebäu­de) und Vor­steu­er­be­trä­ge, die die Erhal­tung, Nut­zung oder Gebrauch des Gegen­stan­des betref­fen.
  • Han­delt es sich ins­ge­samt um Auf­wen­dun­gen für das Gebäu­de selbst, kommt nur eine Auf­tei­lung der gesam­ten Vor­steu­er­be­trä­ge nach einem sach­ge­rech­ten Auf­tei­lungs­maß­stab in Betracht (§ 15 Abs. 4 Umsatz­steu­er­ge­setz). Die­ser kann ein Flä­chen­schlüs­sel oder ein Umsatz­schlüs­sel sein. Ein sog. Inves­ti­ti­ons­schlüs­sel ist nicht zuläs­sig.
  • Bezie­hen sich die Vor­steu­er­be­trä­ge auf sog. Erhal­tungs­auf­wen­dun­gen an dem Gebäu­de, rich­tet sich deren Abzieh­bar­keit danach, für wel­chen Nut­zungs­be­reich des gemischt genutz­ten Gebäu­des die Auf­wen­dun­gen vor­ge­nom­men wer­den.

In dem jetzt vom BFH ent­schie­de­nen Streit­fall hob der BFH die Vor­ent­schei­dung des FG Bran­den­burg auf und ver­wies die Sache an das Finanz­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg zurück, um zu prü­fen, ob es sich im Streit­fall um Auf­wen­dun­gen für das Gebäu­de selbst oder um (blo­ße) Erhal­tungs­auf­wen­dun­gen gehan­delt habe.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 22.11.07 – V R 43/​06