Wie­der­ein­set­zung in die ver­säum­te Ein­spruchs­frist

Der Bun­des­fi­nanz­hof sieht in stän­di­ger Recht­spre­chung Fra­gen des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­rechts und des mate­ri­el­len Ver­wal­tungs­rechts im Zusam­men­hang mit Ein­sprü­chen, die die Ver­wal­tungs­be­hör­de als unzu­läs­sig ver­wor­fen hat, als mate­ri­ell-recht­li­che Fra­gen an.

Wie­der­ein­set­zung in die ver­säum­te Ein­spruchs­frist

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat dem­entspre­chend ent­schie­den, es wer­de schon dem Grun­de nach kein Ver­fah­rens­man­gel dar­ge­legt, wenn sich der Steu­er­pflich­ti­ge dar­auf beru­fe, die Behör­de habe zu Unrecht nach Ver­säu­mung der Ein­spruchs­frist die Wie­der­ein­set­zung in den vori­gen Stand ver­sagt und das Finanz­ge­richt die Ent­schei­dung der Behör­de in sei­nem Urteil bestä­tigt.

Die Rüge eines mate­ri­ell-recht­li­chen Feh­lers recht­fer­tigt die Zulas­sung der Revi­si­on grund­sätz­lich nicht 1.

Gemes­sen an die­sen Maß­stä­ben hat i vor­lie­gen­den Fall die Klä­ge­rin in ihrer Beschwer­de ledig­lich die mate­ri­ell-recht­li­che Rüge erho­ben, dass die Beklag­te und Beschwer­de­geg­ne­rin (Fami­li­en­kas­se) und in Fol­ge das Finanz­ge­richt das Ein­wer­fen von Bele­gen feh­ler­haft nicht als Ein­spruchs­ein­rei­chung i.S. des § 357 Abs. 1 AO gewer­tet und auch zu Unrecht die Wie­der­ein­set­zung in den vori­gen Stand gemäß § 110 Abs. 1 AO ver­wei­gert habe. Dies recht­fer­tigt die Revi­si­ons­zu­las­sung grund­sätz­lich aber nicht.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 31. Okto­ber 2013 – III B 74/​12

  1. BFH, Beschluss vom 24.11.2009 – X B 142/​08, BFH/​NV 2010, 456, m.w.N.[]