Amphet­amin-Han­del – und die Gewerbs­mä­ßig­keit

Für die Fra­ge der Gewerbs­mä­ßig­keit kommt es dar­auf an, ob der Täter die Absicht hat, sich durch die wie­der­hol­te Tat­be­ge­hung eine fort­lau­fen­de Ein­nah­me­quel­le von eini­ger Dau­er und eini­gem Umfang zu ver­schaf­fen.

Amphet­amin-Han­del – und die Gewerbs­mä­ßig­keit

Dass er sei­nen Lebens­un­ter­halt aus­schließ­lich aus dem Erlös von Betäu­bungs­mit­tel­ver­käu­fen bestrei­ten will, ist nicht erfor­der­lich1.

Im hier ent­schie­de­nen Fall lag danach ange­sichts der Han­dels­men­gen von jeweils min­des­tens zehn Kilo­gramm Amphet­amin die gewerbs­mä­ßi­ge Tat­be­ge­hung auf der Hand.

Die mitt­le­re Gefähr­lich­keit von Betäu­bungs­mit­teln – wie sie das Land­ge­richt hier für Amphet­amin ange­nom­men hat – stellt für sich genom­men weder einen Straf­schär­fungs­noch einen Straf­mil­de­rungs­grund dar2. Das Land­ge­richt hat die­sen Gesichts­punkt jedoch nicht iso­liert straf­schär­fend bei der kon­kre­ten Straf­zu­mes­sung her­an­ge­zo­gen, son­dern in Bezug zur erheb­li­chen Men­ge der gehan­del­ten Betäu­bungs­mit­tel gestellt.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 18. März 2019 – 5 StR 462/​18

  1. vgl. BGH, Urteil vom 26.10.2015 – 1 StR 317/​15, BGHR BtMG § 29 Abs. 3 Nr. 1 Gewerbs­mä­ßig 6 []
  2. vgl. Schä­fer/​Sander/​van Gemme­ren, Pra­xis der Straf­zu­mes­sung, 6. Aufl., Rn. 1801 mwN []