Die ange­mes­se­ne Stra­fe – und das Revi­si­ons­ge­richt

Ob eine Rechts­fol­ge als ange­mes­sen im Sin­ne des § 354 Abs. 1a StPO ange­se­hen wer­den kann, hat das Revi­si­ons­ge­richt auf der Grund­la­ge der Fest­stel­lun­gen des ange­foch­te­nen Urteils unter Berück­sich­ti­gung aller maß­geb­li­chen Gesichts­punk­te, ins­be­son­de­re aller nach § 46 StGB für die Straf­zu­mes­sung erheb­li­chen Umstän­de zu beur­tei­len 1.

Die ange­mes­se­ne Stra­fe – und das Revi­si­ons­ge­richt

Dies ist mög­lich, wenn alle für die Straf­zu­mes­sung erfor­der­li­chen Fest­stel­lun­gen vom Land­ge­richt getrof­fen wor­den sind und es daher kei­ner wei­te­ren Fest­stel­lun­gen mehr bedarf 2.

Der Bun­des­ge­richts­hof hat im vor­lie­gen­den Fall der Ver­tei­di­gung Gele­gen­heit gege­ben, zu einer Vor­ge­hens­wei­se nach § 354 Abs. 1a StPO Stel­lung zu neh­men 3. Da die Ver­tei­di­ge­rin in ihrer Stel­lung­nah­me hier­zu kei­ne neu­en straf­zu­mes­sungs­re­le­van­ten Umstän­de mit­ge­teilt hat und sol­che auch auf ande­rem Weg nicht bekannt gewor­den sind, kann der Bun­des­ge­richts­hof auf der Grund­la­ge des vom Land­ge­richt zutref­fend ermit­tel­ten, voll­stän­di­gen und aktu­el­len Straf­zu­mes­sungs­sach­ver­halts die für die Straf­zu­mes­sung rele­van­ten Umstän­de und deren kon­kre­tes Gewicht selbst abwä­gen 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 21. Sep­tem­ber 2017 – 1 StR 268/​17

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 17.03.2005 – 3 StR 39/​05, NStZ 2005, 465; und vom 03.05.2013 – 1 StR 66/​13, NStZ-RR 2013, 307[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 29.04.2014 – 4 StR 23/​14[]
  3. vgl. dazu Mey­er-Goß­ner in Mey­er-Goß­ner/­Sch­mitt, StPO, 60. Aufl., § 354, Rn. 28a mwN[]
  4. vgl. dazu BVerfG, Beschluss vom 14.06.2007 – 2 BvR 1447/​05, Rn. 102, BVerfGE 118, 212, 238[]