Das letz­te Wort

Dem Ange­klag­ten ist nach § 258 Abs. 2 StPO nur dann erneut das letz­te Wort zu gewäh­ren, wenn nach der Schlie­ßung der Beweis­auf­nah­me noch­mals in die Ver­hand­lung ein­ge­tre­ten wor­den ist.

Das letz­te Wort

Der Wie­der­ein­tritt liegt nicht nur in jeder Pro­zess­hand­lung, die ihrer Natur nach in den Bereich der Beweis­auf­nah­me fällt, son­dern bereits in jeder Hand­lung, in der sich der Wil­le des Gerichts zum Wei­ter­ver­han­deln in der Sache zeigt1.

Wer­den nach dem letz­ten Wort aus­schließ­lich Vor­gän­ge erör­tert, die auf die gericht­li­che Ent­schei­dung kei­nen Ein­fluss haben kön­nen, besteht kei­ne Ver­pflich­tung nach § 258 Abs. 2 StPO2.

Eine Nega­tiv­mit­tei­lung nach § 243 Abs. 4 StPO stellt des­halb kei­nen Wie­der­ein­tritt in die Ver­hand­lung dar, zumal die Pro­zess­be­tei­lig­ten im vor­lie­gend ent­schie­de­nen Fall hier­zu kei­ne Erklä­rung abge­ge­ben haben.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 9. Juni 2015 – 1 StR 198/​15

  1. Mey­er-Goß­ner/­Sch­mitt, StPO, 58. Aufl., § 258 Rn. 28
  2. BGH, Beschlüs­se vom 18.09.2013 – 1 StR 380/​13, NStZ-RR 2014, 15; und vom 31.03.1987 – 1 StR 94/​87, NStZ 1987, 423
  3. BAG 21.03.2012 – 5 AZR 320/​11, Rn. 10 ff. mwN