Der nicht gestell­te Beweis­an­trag – und die Auf­klä­rungs­rü­ge

Die Rüge einer Ver­let­zung der Auf­klä­rungs­pflicht kann nicht dar­an schei­tern, dass der Beschwer­de­füh­rer die ver­miss­te Auf­klä­rung in der Haupt­ver­hand­lung nicht ver­langt hat [1].

Der nicht gestell­te Beweis­an­trag – und die Auf­klä­rungs­rü­ge

Die Auf­klä­rungs­pflicht besteht grund­sätz­lich unab­hän­gig vom Pro­zess­ver­hal­ten der Ver­fah­rens­be­tei­lig­ten.

Vor­aus­set­zung ist frei­lich, dass dem Gericht das Beweis­mit­tel und die hier­mit ver­bun­de­ne Mög­lich­keit, den Sach­ver­halt ergän­zend auf­zu­klä­ren, ohne den – etwa mit einem Beweis­an­trag ver­bun­de­nen – Sach­vor­trag bekannt, jeden­falls erkenn­bar war [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 12. Febru­ar 2020 – 1 StR 451/​19

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 13.07.2016 – 2 StR 116/​16 BGHR StPO § 244 Abs. 2 Auf­klä­rungs­pflicht 1 Rn. 5; Urteil vom 22.01.2002 – 1 StR 467/​01 Rn. 8; LR-StPO/­Be­cker, 27. Aufl., § 244 Rn. 362; Münch­Komm-StPO/­Trü­g/Ha­be­tha, § 244 Rn. 390[]
  2. LR-StPO/­Be­cker, 27. Aufl., § 244 Rn. 362; Münch­Komm-StPO/­Trü­g/Ha­be­tha, § 244 Rn. 390[]