Die lücken­haf­te Beweis­wür­di­gung im Straf­ur­teil

Lücken­haft ist die Wür­di­gung der Bewei­se ins­be­son­de­re dann, wenn das tatrich­ter­li­che Urteil nicht erken­nen lässt, dass der Tatrich­ter alle Umstän­de, die geeig­net sind, die Ent­schei­dung zu Guns­ten oder zu Unguns­ten des Ange­klag­ten zu beein­flus­sen, in sei­ne Über­le­gun­gen ein­be­zo­gen und dabei nicht nur iso­liert gewer­tet, son­dern in eine umfas­sen­de Gesamt­wür­di­gung ein­ge­stellt hat [1].

Die lücken­haf­te Beweis­wür­di­gung im Straf­ur­teil

Ande­rer­seits soll die Beweis­wür­di­gung kei­ne umfas­sen­de Doku­men­ta­ti­on der Beweis­auf­nah­me ent­hal­ten, son­dern ledig­lich bele­gen, war­um bestimm­te bedeut­sa­me Umstän­de so fest­ge­stellt wor­den sind [2]. Ins­be­son­de­re ist es nicht ver­an­lasst, die Inhal­te von Zeu­gen­aus­sa­gen in ihren Ein­zel­hei­ten mit­zu­tei­len, auf die es für die Beweis­wür­di­gung des Tat­ge­richts nicht ankommt. Das gilt erst recht, wenn die Urteils­grün­de die breit wie­der­ge­ge­be­nen Zeu­gen­aus­sa­gen als in der Beweis­wür­di­gung nicht berück­sich­tigt oder nicht ver­wer­tet bezeich­nen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 11. Okto­ber 2017 – 1 StR 305/​17

  1. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urteil vom 13.07.2017 – 3 StR 188/​17 mwN[]
  2. st. Rspr.; sie­he nur BGH, Beschluss vom 25.07.2017 – 3 StR 111/​17 mwN[]