Die feh­len­de Namens­an­ga­be im Urteil

Ist der Betrof­fe­ne im Urteil nicht nament­lich bezeich­net, aber auf­grund ande­rer Anga­ben ein­deu­tig iden­ti­fi­zier­bar, ist das Urteil nicht unwirk­sam.

Die feh­len­de Namens­an­ga­be im Urteil

Der Umstand, dass im Urteils­kopf die Per­son des Betrof­fe­nen nicht bezeich­net ist, hat auf den Bestand des Urteils kei­nen Ein­fluss.

Das Urteil ent­hält in den Grün­den mit Geburts­da­tum, Geburts­ort, Anschrift und Vor­ein­tra­gun­gen Anga­ben, nach denen es zwei­fels­frei fest­steht, dass das Urteil sich gegen die Per­son des Betrof­fe­nen rich­tet, wes­halb der Man­gel nicht zur Unwirk­sam­keit des Urteils führt [1].

Ob die feh­len­de Bezeich­nung des Betrof­fe­nen im Urteils­kopf die Eig­nung des Urteils, die Ver­jäh­rung gemäß § 33 Abs. 1 Satz 1 Nr. 15 OWiG zu unter­bre­chen, ent­fal­len lässt [2], kann vor­lie­gend dahin­ste­hen, da die Ver­jäh­rung davor durch die Anbe­raumung der Haupt­ver­hand­lung am 24.06.2016 unter­bro­chen wur­de und die sechs­mo­na­ti­ge Ver­jäh­rungs­frist gemäß § 26 Abs. 3 2. Alt. StVG noch nicht ver­stri­chen ist.

Einen sach­lich-recht­li­chen Man­gel, der zur Auf­he­bung des Urteils führt, stellt die feh­len­de Anga­be nicht dar, da auf ihr das Urteil jeden­falls nicht beru­hen kann [3].

Ober­lan­des­ge­richt Karls­ru­he, Beschluss vom 12. Dezem­ber 2016 – 2 (6) SsBs 674/​16; 2 (6) SsBs 674/​16 – AK 241/​16

  1. für voll­stän­dig feh­len­de Anga­ben offen gelas­sen in OLG Hamm ZfS 2004, 92[]
  2. so für voll­stän­dig feh­len­de Anga­ben zur Per­son OLG Hamm a.a.O.; vgl. aber auch OLG Stutt­gart Die Jus­tiz 2013, 184[]
  3. BGH Urteil vom 02.08.1994 – 1 StR 378/​94, juris; Mey­er-Goß­ner/­Sch­mitt, StPO, 59. Aufl., § 275 Rn. 28; KK-Gre­ger, StPO, 7. Aufl. § 275 Rn. 66; SK-StPO-Fris­ter, 4. Aufl., § 275 Rn. 50[]