Die erle­dig­te Unter­brin­gung – und die Ver­fas­sungs­be­schwer­de

Ange­sichts des mit der Frei­heits­ent­zie­hung erlit­te­nen Ein­griffs in ein beson­ders bedeut­sa­mes Grund­recht besteht ein schutz­wür­di­ges Inter­es­se an der Fest­stel­lung der Rechts­wid­rig­keit der Maß­nah­me auch nach Auf­he­bung der sie anord­nen­den Ent­schei­dung und Erle­di­gung der Maß­nah­me fort.

Die erle­dig­te Unter­brin­gung – und die Ver­fas­sungs­be­schwer­de

Die Beschwer­de­füh­re­rin hat nach Auf­he­bung des Unter­brin­gungs­be­fehls durch Beschluss des Land­ge­richts Bre­men vom 12.01.2017 und nach ihrer Ent­las­sung aus der Unter­brin­gung ein berech­tig­tes Inter­es­se an der Klä­rung, ob sie durch die ange­grif­fe­nen Maß­nah­men in ihren Grund­rech­ten ver­letzt wur­de [1]. Dar­an ver­mag auch eine etwai­ge pro­zes­sua­le Über­ho­lung der ange­grif­fe­nen Beschlüs­se durch spä­te­re (erneu­te) Unter­brin­gungs­ent­schei­dun­gen nichts zu ändern [2].

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 22. August 2017 – 2 BvR 2039 – /​16

  1. vgl. BVerfGE 104, 220, 231; BVerfG, Beschluss vom 31.10.2005 – 2 BvR 2233/​04 22; Beschluss vom 13.09.2010 – 2 BvR 449/​10 25; Beschluss vom 10.03.2014 – 2 BvR 918/​13 14[]
  2. BVerfGK 5, 230, 234 f.; BVerfG, Beschluss vom 23.01.2008 – 2 BvR 2380/​06 23; Beschluss vom 12.05.2015 – 2 BvR 2319/​14 25; Beschluss vom 03.11.2016 – 2 BvR 2921/​14 38[]