Die Unter­las­sens­straf­bar­keit des Teil­neh­mers – und kei­ne Strafrahmenmilderung

Von einer Mil­de­rung des Straf­rah­mens nach § 13 Abs. 2 StGB i.V.m. § 49 Abs. 1 StGB ist kein Gebrauch zu machen, wenn der Ange­klag­te den Haupt­tä­ter aktiv unter­stützt hat.

Die Unter­las­sens­straf­bar­keit des Teil­neh­mers – und kei­ne Strafrahmenmilderung

Die Mög­lich­keit einer sol­chen Straf­rah­men­ver­schie­bung kommt für einen Tat­be­tei­lig­ten nur in Betracht, wenn des­sen Tat­bei­trag in einem Unter­las­sen besteht. Sie schei­det aus, wenn ein Täter den Tat­er­folg durch akti­ves Tun her­bei­führt. Glei­ches gilt für einen Teil­neh­mer, der eine Unter­las­sungs­tat durch akti­ves Tun ver­an­lasst oder siche­rer macht1.

Nach dem Wil­len des Gesetz­ge­bers soll­te mit der Vor­schrift „eine Mil­de­rungs­mög­lich­keit für die Unter­las­sungs­fäl­le“ geschaf­fen wer­den, weil das Unter­las­sen bei sonst glei­chen Umstän­den weni­ger schwer wie­gen kann als posi­ti­ves Tun2. Die­ser Grund für die Straf­rah­men­ver­schie­bung trifft indes nur auf den­je­ni­gen Teil­neh­mer zu, des­sen Tat­bei­trag in einem Unter­las­sen besteht3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. März 2021 – 4 StR 416/​20

  1. vgl. BGH, Urteil vom 27.06.1984 – 3 StR 144/​84, NStZ 1984, 452[]
  2. vgl. Zwei­ter Schrift­li­cher Bericht des Son­der­aus­schus­ses für die Straf­rechts­re­form, BT-Drs. V/​4095, S. 8; vgl. auch BGH, Urteil vom 21.07.1989 – 2 StR 214/​89, BGHSt 36, 227, 228[]
  3. vgl. SK-StGB/Stein, 9. Aufl., § 13 Rn. 89; SSW-StGB/­Kud­lich, 5. Aufl., § 13 Rn. 49; Bosch/​Perron/​Eisele in Schönke/​Schröder, StGB, 30. Aufl., § 13 Rn. 64; LK-StGB/­Wei­gend, 13. Aufl., § 13 Rn. 86; Heu­che­mer in von Heint­schel-Hein­egg, StGB, 3. Aufl., § 13 Rn. 99[]

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