Dieb? Viel­leicht. – Heh­ler? Sicher!

Bei Nicht­er­weis­lich­keit der Betei­li­gung am Dieb­stahl (Vor­tat) und Ver­ur­tei­lung der sicher fest­ge­stell­ten Heh­le­rei ist der Ange­klag­te zugleich vom Vor­wurf der Vor­tat frei­zu­spre­chen, weil nur durch einen Frei­spruch klar­ge­stellt wird, dass die Straf­kla­ge hin­sicht­lich des ande­ren Vor­wurfs ver­braucht und ein neu­es Ver­fah­rens wegen die­ser Tat nicht mehr zuläs­sig ist.

Dieb? Viel­leicht. – Heh­ler? Sicher!

Bei Kon­stel­la­tio­nen der Nicht­er­weis­lich­keit der Täter­schaft hin­sicht­lich der Vor­tat und der zwei­fels­frei­en Fest­stel­lung einer Heh­le­rei­hand­lung ist eine Ver­ur­tei­lung wegen der dem Dieb­stahl nach­fol­gen­den "Nach­tat" der Heh­le­rei im Wege der Post­pen­denz­fest­stel­lung mög­lich und gebo­ten 1, zugleich aber wegen der nicht erweis­li­chen Vor­tat frei­zu­spre­chen 2 § 260 Rn. 27mwN)).

Denn nur durch einen ent­spre­chen­den Frei­spruch wird klar­ge­stellt, dass die Straf­kla­ge hin­sicht­lich des zeit­lich vor­ge­la­ger­ten Vor­wurfs ver­braucht und ein neu­es Ver­fah­ren bezüg­lich die­ser Tat nicht mehr zuläs­sig ist 3; OLG Zwei­brü­cken, Beschluss vom 21.08.2009 – 1 Ss 57/​09)).

Han­sea­ti­sches Ober­lan­des­ge­richt Ham­burg, Beschluss vom 12. Janu­ar 2016 – 2 Rev 80/​152 Rev 80/​151 Ss 104/​15

  1. BGHSt 35, 86 (89), BGH, Urteil vom 23.02.1989, Az.: 4 StR 628/​88 = NStZ 1989, 266; BGH, Urteil vom 14.09.1989, Az.: 4 StR 170/​89 = NStZ 1989, 574; zur Abgren­zung zwi­schen Wahl- oder Post­pen­denz­fest­stel­lung bei Betrug und Untreue: vgl. Beschluss des Ober­lan­des­ge­richts vom 11.04.1994, Az.: 2 Ss 4/​94 = MDR 1994, 712, 713[]
  2. BGH NStZ 2011, 510; Mey­er-Goß­ner/­Sch­mitt ((58. Aufl.[]
  3. vgl. hier­zu: BGH Beschluss vom 14.07.1998 – 4 StR 214/​98, BGH, Beschluss vom 25.10.1989 – 2 StR 293/​89 = BGHR StPO § 264 Abs. 1 Tati­den­ti­tät 17; BGHSt 38, 172, 173; KG, Beschluss vom 27.03.2013 – (4) 161 Ss 51/​13 (53/​13); KG, Beschluss vom 21.12.2011 – (4) 1 Ss 456/​11 ((324/​11[]