DNA-Gut­ach­ten – und die Anfor­de­run­gen an die Beweis­wür­di­gung

Der Tatrich­ter hat in den Fäl­len, in denen er dem Gut­ach­ten eines Sach­ver­stän­di­gen folgt, die wesent­li­chen Anknüp­fungs­tat­sa­chen und Aus­füh­run­gen des Gut­ach­tens so dar­zu­le­gen, dass das Rechts­mit­tel­ge­richt prü­fen kann, ob die Beweis­wür­di­gung auf einer trag­fä­hi­gen Tat­sa­chen­grund­la­ge beruht und die Schluss­fol­ge­run­gen nach den Geset­zen der Logik, den Erfah­rungs­sät­zen des täg­li­chen Lebens und den Erkennt­nis­sen der Wis­sen­schaft mög­lich sind.

DNA-Gut­ach­ten – und die Anfor­de­run­gen an die Beweis­wür­di­gung

Für die Dar­stel­lung des Ergeb­nis­ses einer auf einer mole­ku­lar­ge­ne­ti­schen Ver­gleichs­un­ter­su­chung beru­hen­den Wahr­schein­lich­keits­be­rech­nung, bei der es sich nicht um ein stan­dar­di­sier­tes Ver­fah­ren han­delt, ist es danach erfor­der­lich, dass der Tatrich­ter mit­teilt, wie vie­le Sys­te­me unter­sucht wur­den, ob und inwie­weit sich Über­ein­stim­mun­gen in den unter­such­ten Sys­te­men erge­ben haben, mit wel­cher Wahr­schein­lich­keit die fest­ge­stell­te Merk­mals­kom­bi­na­ti­on zu erwar­ten ist und, sofern der Ange­klag­te einer frem­den Eth­nie ange­hört, inwie­weit die­ser Umstand bei der Aus­wahl der Ver­gleichs­po­pu­la­ti­on von Bedeu­tung war 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 30. März 2016 – 4 StR 102/​16

  1. vgl. BGH, Urtei­le vom 05.06.2014 – 4 StR 439/​13, NJW 2014, 2454; vom 21.03.2013 – 3 StR 247/​12, BGHSt 58, 212, 217; Beschlüs­se vom 25.02.2015 – 4 StR 39/​15; und vom 22.10.2014 – 1 StR 364/​14, NStZ-RR 2015, 87, 88[]