DNA-Gut­ach­ten – und die Urteils­grün­de

In Fäl­len, in denen das Tat­ge­richt dem Gut­ach­ten eines Sach­ver­stän­di­gen folgt, sind die wesent­li­chen Anknüp­fungs­tat­sa­chen und Aus­füh­run­gen des Gut­ach­ters so dar­zu­le­gen, dass das Rechts­mit­tel­ge­richt prü­fen kann, ob die Beweis­wür­di­gung auf einer trag­fä­hi­gen Tat­sa­chen­grund­la­ge beruht und die Schluss­fol­ge­run­gen nach den Geset­zen der Logik, den Erfah­rungs­sät­zen des täg­li­chen Lebens und den Erkennt­nis­sen der Wis­sen­schaft mög­lich sind 1.

DNA-Gut­ach­ten – und die Urteils­grün­de

Für die Dar­stel­lung des Ergeb­nis­ses einer auf einer mole­ku­lar­ge­ne­ti­schen Ver­gleichs­un­ter­su­chung beru­hen­den Wahr­schein­lich­keits­be­rech­nung ist jeden­falls erfor­der­lich, dass der Tatrich­ter mit­teilt, wie vie­le Sys­te­me unter­sucht wur­den, ob und inwie­weit sich Über­ein­stim­mun­gen in den unter­such­ten Sys­te­men erge­ben haben und mit wel­cher Wahr­schein­lich­keit die fest­ge­stell­te Merk­mals­kom­bi­na­ti­on zu erwar­ten ist 2.

Nähe­re Dar­le­gun­gen hier­zu sind ins­be­son­de­re dann nicht ent­behr­lich, wenn wie im vor­lie­gen­den Fall- die Beson­der­heit gege­ben ist, dass mehr als eine Per­son als Spu­ren­le­ger ange­nom­men wer­den kann (Misch­spur) und eine Ver­wandt­schaft zwi­schen mög­li­chen spu­ren­be­tei­lig­ten Per­so­nen in Betracht kommt 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 21. Juli 2016 – 2 StR 383/​15

  1. st. Rspr., vgl. BGH, Urteil vom 21.03.2013 – 3 StR 247/​12, BGHSt 58, 212, 217 mwN[]
  2. BGH, Beschluss vom 12.04.2016 – 4 StR 18/​16; Beschluss vom 22.10.2014 – 1 StR 364/​14, NStZ-RR 2015, 87, 88; Urteil vom 05.06.2014 – 4 StR 439/​13, NJW 2014, 2454; Urteil vom 21.03.2013 – 3 StR 247/​12, BGHSt 58, 212, 217[]
  3. vgl. BGH, Urteil vom 24.03.2016 – 2 StR 112/​14; BGH, Urteil vom 05.06.2014 – 4 StR 439/​13, NJW 2014, 2454[]