Dolus even­tua­lis – und das Erken­nen des mög­li­chen Erfolgs­ein­tritts

Bedingt vor­sätz­li­ches Han­deln setzt vor­aus, dass der Täter den Ein­tritt des tat­be­stand­li­chen Erfol­ges als mög­lich und nicht ganz fern­lie­gend erkennt, und dass er ihn bil­ligt oder sich um des erstreb­ten Zie­les wil­len mit der Tat­be­stands­ver­wirk­li­chung abfin­det.

Dolus even­tua­lis – und das Erken­nen des mög­li­chen Erfolgs­ein­tritts

Bei­de Ele­men­te der inne­ren Tat­sei­te müs­sen in jedem Ein­zel­fall geson­dert geprüft und durch tat­säch­li­che Fest­stel­lun­gen belegt wer­den. Es bedarf einer Gesamt­be­trach­tung aller objek­ti­ven und sub­jek­ti­ven Umstän­de, bei der die auf der Grund­la­ge der dem Täter bekann­ten Gege­ben­hei­ten zu bestim­men­de objek­ti­ve Gefähr­lich­keit der Tat­hand­lung ein wesent­li­cher Indi­ka­tor ist.

Neben der kon­kre­ten Angriffs­wei­se sind dabei regel­mä­ßig auch die Per­sön­lich­keit des Täters, sein psy­chi­scher Zustand zum Tat­zeit­punkt und sei­ne Moti­va­ti­on mit ein­zu­be­zie­hen 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 22. Dezem­ber 2016 – 1 StR 571/​16

  1. BGH, Beschluss vom 07.09.2015 – 2 StR 194/​15[]