Ent­zie­hungs­an­stalt – und der sprachun­kun­di­ge, aus­rei­se­pflich­ti­ge Aus­län­der

Bei Vor­lie­gen beson­de­rer Umstän­de in der Per­son des Betrof­fe­nen – etwa bei weit gehen­der Sprachun­kun­dig­keit eines aus­rei­se­pflich­ti­gen Aus­län­ders – ist dem Tat­ge­richt die Mög­lich­keit ein­ge­räumt, auch bei Vor­lie­gen der übri­gen Vor­aus­set­zun­gen des § 64 StGB von der Anord­nung der Unter­brin­gung in einer Ent­zie­hungs­an­stalt abzu­se­hen1.

Ent­zie­hungs­an­stalt – und der sprachun­kun­di­ge, aus­rei­se­pflich­ti­ge Aus­län­der

Geben die Fest­stel­lun­gen Anlass zu einer sol­chen Prü­fung, hat das Tat­ge­richt die für sei­ne Ent­schei­dung maß­geb­li­chen Umstän­de für das Revi­si­ons­ge­richt nach­prüf­bar im Urteil dar­zu­le­gen2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 17. Juli 2018 – 4 StR 173/​18

  1. vgl. BT-Drs. 16/​5137, S. 10; BGH, Urtei­le vom 06.07.2017 – 4 StR 124/​17, BGHR StGB § 64 Satz 2 Erfolgs­aus­sicht 4; vom 18.12 2007 – 1 StR 411/​07, StV 2008, 138; Beschluss vom 13.11.2007 – 3 StR 452/​07, NStZ-RR 2008, 73 f. []
  2. vgl. BGH, Urteil vom 06.07.2017, aaO; Beschlüs­se vom 03.02.2016 – 4 StR 547/​15 8; vom 12.03.2014 – 2 StR 436/​13, StV 2014, 545; vom 28.10.2008 – 5 StR 472/​08, BGHR StGB § 64 Nicht­an­ord­nung 2 []