Feh­len­de Iden­ti­tät von Antrags­geg­ner und Arrest­schuld­ner

Ein Antrag auf Zulas­sung der Zwangs­voll­stre­ckung gemäß § 111g Abs. 2 StPO ist zurück­zu­wei­sen, wenn der Antrags­geg­ner und der Arrest­schuld­ner, in des­sen durch einen ding­li­chen Arrest gesi­cher­tes Ver­mö­gen voll­streckt wer­den soll, nicht per­so­nen­iden­tisch sind.

Feh­len­de Iden­ti­tät von Antrags­geg­ner und Arrest­schuld­ner

Der Zugriff des Ver­letz­ten auf einen beschlag­nahm­ten oder gepfän­de­ten Gegen­stand setzt zunächst einen Titel vor­aus, der dem Ver­letz­ten den Zugriff auf die von den Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den sicher­ge­stell­ten Gegen­stän­de des Antrags­geg­ners ermög­licht. Prü­fungs­ge­gen­stand in dem Ver­fah­ren nach § 111g StPO ist dann ledig­lich, ob der Antrag­stel­ler einen ihm aus einer Straf­tat des Antrags­geg­ners gegen die­sen erwach­se­nen Anspruch – glaub­haft – gel­tend macht 1.

Inso­weit kann der von dem Antrag­stel­ler gegen den Ange­klag­ten V. F. erwirk­te Arrest­be­schluss des Amts­ge­richts Mann­heim nicht durch Pfän­dung der von der Staats­an­walt­schaft auf­grund Arrest­be­schlus­ses des Amts­ge­richts Mann­heim gesi­cher­ten Ansprü­che der unter den Ali­a­s­per­so­na­li­en "D. A." bekann­ten Per­son gegen die V.-Bank voll­zo­gen wer­den. Auf­grund der bis­he­ri­gen Erkennt­nis­se steht fest, dass der Ange­klag­te mit "D. A." nicht per­so­nen­iden­tisch ist. Par­tei­en der Zwangs­voll­stre­ckung sind jedoch grund­sätz­lich nur die in dem Titel nament­lich bezeich­ne­ten Per­so­nen (vgl. § 750 Abs. 1 ZPO). Die Zwangs­voll­stre­ckung oder Arrest­voll­zie­hung könn­te daher nur zuge­las­sen wer­den, wenn der Antrag­stel­ler einen ent­spre­chen­den Titel gegen den tat­säch­li­chen Kon­to­in­ha­ber "D. A." erwirkt hät­te 2, was zivil­pro­zes­su­al durch­aus mög­lich ist 3.

Die Auf­fas­sung, es sei völ­lig uner­heb­lich, wer das Kon­to bei der V.-Bank eröff­net habe, mag für die Fra­ge, ob die For­de­rung des Antrag­stel­lers aus einer Straf­tat des Ange­klag­ten erwach­sen ist, zutref­fend sein. An der Not­wen­dig­keit eines min­des­tens vor­läu­fig voll­streck­ba­ren Titels gegen den vom Ange­klag­ten ver­schie­de­nen Arrest­schuld­ner ver­mag sie jedoch nichts zu ändern. Inso­weit ver­kennt die Beschwer­de, dass die von ihr zitier­ten Ent­schei­dun­gen 4 stets Kon­stel­la­tio­nen betra­fen, in denen – anders als vor­lie­gend – sich der Titel des Geschä­dig­ten gegen den jewei­li­gen Arrest­schuld­ner, des­sen Ver­mö­gen von der Staats­an­walt­schaft vor­läu­fig gesi­cher­ten wor­den war, rich­te­te.

Ober­lan­des­ge­richt Karls­ru­he, Beschluss vom 5. Juli 2013 – 3 Ws 248/​13

  1. vgl. OLG Karls­ru­he, Jus­tiz 2004, 521; OLG Hamm, wis­tra 2008, 38; Mey­er-Goß­ner, StPO, 56. Aufl., Rdn. 2 f. zu § 111g[]
  2. vgl. OLG Hamm, a.a.O.[]
  3. vgl. hier­zu LG Ber­lin, NJW-RR 1998, 713[]
  4. OLG Hamm, NStZ 1999, 583; wis­tra 2002, 398; OLG Ham­burg, wis­tra 2011, 197; wis­tra 2011, 279[]