Füh­rungs­auf­sicht und die zwi­schen­zeit­li­che Ver­bü­ßung einer Ersatz­frei­heits­stra­fe

Mit der Auf­nah­me eines Ver­ur­teil­ten in eine Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt wird die Straf­voll­stre­ckungs­kam­mer des Land­ge­richts, in des­sen Bezirk die Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt liegt, gemäß § 462a Abs. 1 StPO 1 auch für die bestehen­de Füh­rungs­auf­sicht und die inso­weit gemäß § 68d StGB zu tref­fen­den Ent­schei­dun­gen zustän­dig. Dar­an ändert die Tat­sa­che nichts, dass es sich um die Voll­stre­ckung einer Ersatz­frei­heits­stra­fe han­delt.

Füh­rungs­auf­sicht und die zwi­schen­zeit­li­che Ver­bü­ßung einer Ersatz­frei­heits­stra­fe

Für den Über­gang der Zustän­dig­keit auf das Gericht, in des­sen Bezirk die Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt liegt, ist nicht eine kon­kre­te Befas­sung der Straf­voll­stre­ckungs­kam­mer mit einer bestimm­ten Fra­ge im Rah­men der Füh­rungs­auf­sicht maß­ge­bend, son­dern nur der tat­säch­li­che Auf­ent­halt des Ver­ur­teil­ten in der Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt. Dies gilt grund­sätz­lich – vom Fall einer vor­über­ge­hen­den Ver­schubung abge­se­hen – auch im Fall der Ver­le­gung aus einer Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt in eine ande­re 2. Ob dort über­haupt Nach­trags­ent­schei­dun­gen not­wen­dig wer­den, ist ohne Belang 3.

Das Befasst­sein mit einer bestimm­ten Fra­ge hin­dert den Zustän­dig­keits­wech­sel infol­ge der Ver­le­gung in eine Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt in einem ande­ren Land­ge­richts­be­zirk nur, solan­ge über die­se Fra­ge noch nicht abschlie­ßend ent­schie­den wur­de 4. Auch die zwi­schen­zeit­li­che Ent­las­sung aus dem Voll­zug der Ersatz­frei­heits­stra­fe lässt die Zustän­dig­keit der Straf­voll­stre­ckungs­kam­mer, in deren Bezirk die Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt liegt, nicht ent­fal­len 5.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. Okto­ber 2013 – 2 ARs 335/​13

  1. in Ver­bin­dung mit § 463 Abs. 2 und Abs. 6, § 453 StPO[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 21.07.1989 – 2 ARs 381/​89, BGHSt 36, 229, 230 f.; KK/​Appl, StPO, 7. Aufl., § 462a Rn. 15[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 19.07.2000 – 2 ARs 196/​00; Beschluss vom 03.12.2003 – 2 ARs 376/​03, NStZ-RR 2004, 124[]
  4. vgl. BGH, Beschluss vom 16.05.2012 – 2 ARs 167/​12, NStZ-RR 2013, 59; KK/​Appl aaO, § 462a Rn. 23; MeyerGoßner/​Schmitt, StPO, 56. Aufl., § 462a Rn. 12[]
  5. vgl. BGH, Beschluss vom 22.11.2000 – 2 ARs 328/​00, NStZ 2001, 165[]