Pro­zess­zin­sen bei der Adhä­si­ons­kla­ge – und der nicht revi­die­ren­de Mitangeklagte

Die gel­tend gemach­ten Pro­zess­zin­sen sind erst ab dem auf die Rechts­hän­gig­keit des Adhä­si­ons­an­trags fol­gen­den Tag zu ent­rich­ten (vgl. § 404 Abs. 2 Satz 2 StPO in Ver­bin­dung mit § 187 Abs. 1 BGB ana­log) [1].

Pro­zess­zin­sen bei der Adhä­si­ons­kla­ge – und der nicht revi­die­ren­de Mitangeklagte

Inso­weit kommt aller­dings nach Ansicht des 4. Straf­se­nats des Bun­des­ge­richts­hofs eine Auf­he­bungs­er­stre­ckung zuguns­ten der nicht revi­die­ren­den Mit­an­ge­klag­ten nicht in Betracht. Es fehlt an der gemäß § 357 StPO erfor­der­li­chen Geset­zes­ver­let­zung bei Anwen­dung eines Straf­ge­set­zes [2].

Der 2. Straf­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat auf Anfra­ge des 4. Straf­se­nats mit­ge­teilt, dass er an sei­ner in sei­nem Beschluss vom 23.10.2018 [3] geäu­ßer­ten abwei­chen­den Rechts­auf­fas­sung nicht mehr festhält.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 15. Janu­ar 2020 – 4 StR 431/​19

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 19.07.2018 – 5 StR 277/​18; vom 20.03.2018 – 5 StR 52/​18; und vom 02.12 2015 – 4 StR 411/​15[]
  2. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 07.07.2010 – 2 StR 100/​10, NStZ-RR 2010, 337; und vom 19.11.2002 – 3 StR 395/​02, BGHR StPO § 357 Erstre­ckung 9[]
  3. BGH, Beschluss vom 23.10.2018 2 StR 106/​18[]

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