Rücktritt vom versuchten Mord – und der Rücktrittshorizont

Der Maßstab für die Abgrenzung zwischen unbeendetem und beendetem Versuch bestimmt sich nach ständiger Rechtsprechung nach dem Vorstellungsbild des Täters nach Abschluss der letzten von ihm vorgenommenen Ausführungshandlung, dem sogenannten Rücktrittshorizont, bestimmt1.

Rücktritt vom versuchten Mord – und der Rücktrittshorizont

Entscheidend ist, ob der Täter zu diesem Zeitpunkt den Eintritt des tatbestandsmäßigen Erfolgs für möglich hält.

Wenn bei einem Tötungsdelikt der Täter den Eintritt des Todes bereits für möglich hält oder sich keine Vorstellungen über die Folgen seines Tuns macht, liegt demgemäß ein beendeter Tötungsversuch vor; in diesem Fall muss der Täter für einen strafbefreienden Rücktritt vom Versuch den Tod des Opfers durch eigene Rettungsbemühungen verhindern oder sich darum zumindest freiwillig und ernsthaft bemühen.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 22. März 2017 – 5 StR 6/17

  1. BGH, Beschluss vom 19.05.1993 – GSSt 1/93, BGHSt 39, 221, 227; Urteile vom 03.12 1982 – 2 StR 550/82, BGHSt 31, 170, 175; vom 12.11.1987 – 4 StR 541/87, BGHSt 35, 90, 91 f.; und vom 02.11.1994 – 2 StR 449/94, BGHSt 40, 304, 306[]

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