Rück­tritt vom gemein­schaft­li­chen Ver­such

Gemäß § 24 Abs. 2 Satz 1 StGB wer­den bei Tat­be­tei­li­gung meh­re­rer die­je­ni­gen Betei­lig­ten nicht wegen Ver­suchs bestraft, die frei­wil­lig die Tat­voll­endung ver­hin­dern. Hier­für kann es genü­gen, wenn Mit­tä­ter im Fal­le eines unbe­en­de­ten Ver­suchs ein­ver­nehm­lich nicht mehr wei­ter­han­deln, obwohl sie dies tun könn­ten [1].

Rück­tritt vom gemein­schaft­li­chen Ver­such

Im Fal­le eines ver­such­ten Tot­schlags ist es inso­weit aus­rei­chend, wenn die Täter frei­wil­lig davon abse­hen, die Tötung des Opfers mit den ver­füg­ba­ren Tat­mit­teln wei­ter zu ver­fol­gen.

Frei­wil­lig­keit liegt nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs vor, wenn der Täter „Herr sei­ner Ent­schlüs­se“ geblie­ben ist und die Aus­füh­rung sei­nes Ver­bre­chens­plans noch für mög­lich gehal­ten hat, er also weder durch eine äuße­re Zwangs­la­ge dar­an gehin­dert noch durch see­li­schen Druck unfä­hig gewor­den ist, die Tat zu voll­brin­gen.

Maß­geb­li­che Beur­tei­lungs­grund­la­ge ist inso­weit nicht die objek­ti­ve Sach­la­ge, son­dern die Vor­stel­lung des Täters hier­von [2].

Der Annah­me von Frei­wil­lig­keit steht es dabei nicht von vorn­her­ein ent­ge­gen, dass der Anstoß zum Umden­ken von außen kommt [3] oder die Abstand­nah­me von der Tat erst nach dem Ein­wir­ken eines Drit­ten erfolgt [4]. Ent­schei­dend für die Annah­me von Frei­wil­lig­keit ist, dass der Täter die Tat­voll­endung aus selbst­ge­setz­ten Moti­ven nicht mehr errei­chen will [5].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 22. April 2015 – 2 StR 383/​14

  1. vgl. BGH StV 2014, 286, 287; NStZ-RR 2012, 167, 168; NStZ 2007, 91, 92; BGHSt 44, 158, 162[]
  2. vgl. nur BGH NStZ-RR 2014, 9[]
  3. BGH NStZ-RR 2010, 366 f.[]
  4. s. BGH NStZ 1988, 69 f.[]
  5. BGH NStZ-RR 2014, 241[]