Unter­brin­gung in einer Ent­zie­hungs­an­stalt – und die Fra­ge der Gefähr­lich­keit

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs wird die von § 64 Satz 1 StGB gefor­der­te Gefahr in aller Regel allein durch eine hang­be­ding­te schwe­re Gewalt­tat als Anlas­s­tat hin­rei­chend belegt 1.

Unter­brin­gung in einer Ent­zie­hungs­an­stalt – und die Fra­ge der Gefähr­lich­keit

Dass der mehr­fach vor­be­las­te­te Ange­klag­te bis­lang nicht gera­de durch Gewalt­ta­ten auf­ge­fal­len ist, steht der Annah­me sei­ner Gefähr­lich­keit mit­hin genau­so wenig ent­ge­gen wie des­sen Selbst­ein­schät­zung, er kön­ne sich sei­ne Aggres­si­vi­tät nicht erklä­ren.

Da Beein­flus­sungs­si­tua­tio­nen auch in Zukunft ein­tre­ten kön­nen, trägt auch die Über­le­gung nicht, der Mit­tä­ter des Ange­klag­ten sei die "trei­ben­de Kraft" gewe­sen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 25. Novem­ber 2014 – 5 StR 509/​14

  1. vgl. BGH, Urteil vom 29.06.1988 – 2 StR 200/​88, BGHR StGB § 64 Abs. 1 Gefähr­lich­keit 2; Beschlüs­se vom 18.07.2000 – 5 StR 289/​00, BGHR StGB § 64 Abs. 1 Gefähr­lich­keit 7; vom 20.01.2004 – 4 StR 464/​03, NStZ-RR 2004, 204, 205[]