Zurück­wei­sung einer vor­ge­schrie­be­nen Sach­ein­las­sung

Die Zurück­wei­sung einer Sach­ein­las­sung durch Ver­le­sung eines Manu­skripts durch den Ange­klag­ten ist rechts­feh­ler­haft.

Zurück­wei­sung einer vor­ge­schrie­be­nen Sach­ein­las­sung

Zwar erfolgt gemäß § 243 Abs. 5 Satz 2 StPO die Ver­neh­mung eines Ange­klag­ten zur Sache nach Maß­ga­be des § 136 Abs. 2 StPO, also durch münd­li­chen Bericht, münd­li­che Befra­gung und dies­be­züg­li­che Ant­wor­ten. Die Ver­le­sung einer schrift­li­chen Erklä­rung durch das Gericht wür­de die­ser Ver­fah­rens­wei­se nicht ent­spre­chen.

Dem Ange­klag­ten ist es aber gestat­tet, sei­ne münd­li­che Äuße­rung unter Ver­wen­dung von Noti­zen oder eines Manu­skripts abzu­ge­ben 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 29. Dezem­ber 2014 – 2 StR 29/​14

  1. vgl. LR/​Becker, StPO, 26. Aufl., § 243 Rn. 76; SSW/​Franke, StPO, 2014, § 243 Rn. 21; SK/​Frister, StPO, 5. Aufl., § 243 Rn. 72; Mey­er-Goß­ner/­Sch­mitt, StPO, 57. Aufl., § 243 Rn. 31; Radtke/​Hohmann/​Kelnhofer, StPO, 2011, § 243 Rn. 42; KK/​Schneider, StPO, 7. Aufl., § 243 Rn. 51