Zwei­fel an der Täter­schaft

Kann das Tat­ge­richt Zwei­fel an der Täter­schaft des Ange­klag­ten nicht über­win­den, so ist dies vom Revi­si­ons­ge­richt regel­mä­ßig hin­zu­neh­men. Die Wür­di­gung der Bewei­se ist Sache des Tatrich­ters, dem allein es obliegt, sich unter dem Ein­druck der Haupt­ver­hand­lung ein Urteil über die Schuld oder Unschuld des Ange­klag­ten zu bil­den.

Zwei­fel an der Täter­schaft

Das Revi­si­ons­ge­richt kann dem­ge­gen­über nur prü­fen, ob die Beweis­wür­di­gung des Tatrich­ters mit Rechts­feh­lern behaf­tet ist, etwa weil sie Lücken oder Wider­sprü­che auf­weist, mit den Denk­ge­set­zen oder gesi­cher­tem Erfah­rungs­wis­sen nicht in Ein­klang steht oder an die Über­zeu­gung von der Schuld des Ange­klag­ten über­zo­ge­ne Anfor­de­run­gen gestellt wer­den [1].

Lücken­haft ist die Wür­di­gung der Bewei­se ins­be­son­de­re dann, wenn das Urteil nicht erken­nen lässt, dass der Tatrich­ter alle Umstän­de, die geeig­net sind, die Ent­schei­dung zu Guns­ten oder zu Unguns­ten des Ange­klag­ten zu beein­flus­sen, in sei­ne Über­le­gun­gen ein­be­zo­gen und dabei nicht nur iso­liert gewer­tet, son­dern in eine umfas­sen­de Gesamt­wür­di­gung ein­ge­stellt hat [2].

Liegt ein sol­cher Rechts­feh­ler nicht vor, ist die tatrich­ter­li­che Wür­di­gung auch dann hin­zu­neh­men, wenn ein ande­res Ergeb­nis eben­so mög­lich gewe­sen wäre oder gar näher gele­gen hät­te [3].

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 10. März 2016 – 3 StR 450/​15

  1. st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 06.08.2015 – 3 StR 226/​15 5[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 02.04.2015 – 3 StR 635/​14 3[]
  3. BGH, Urteil vom 17.04.2014 – 3 StR 27/​14, NStZ-RR 2014, 279, 280[]