Fremd­wer­be­an­la­ge am Köl­ner Sach­sen­ring

Betrifft eine Wer­be­sat­zung einer Stadt auch räum­li­che Berei­che, in denen kei­ne erkenn­ba­re ein­heit­li­che städ­te­bau­li­che oder his­to­ri­sche Prä­gung mehr vor­liegt und die des­halb auch nicht im Sin­ne der Bau­ord­nung NRW schutz­wür­dig sind, ist sie unwirk­sam.

Fremd­wer­be­an­la­ge am Köl­ner Sach­sen­ring

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln die Wer­be­sat­zung Köl­ner Ring­stra­ßen für unwirk­sam erklärt und die Stadt Köln ver­pflich­tet, der Klä­ge­rin eine Bau­ge­neh­mi­gung für die Errich­tung einer Anla­ge der Fremd­wer­bung am Sach­sen­ring zu ertei­len. Nach der Wer­be­sat­zung Köl­ner Ring­stra­ßen der Stadt Köln vom 28. Mai 1995 sind grö­ßer dimen­sio­nier­te Fremd­wer­be­an­la­gen im Bereich der Ring­stra­ßen von der Stra­ße „Kon­rad-Ade­nau­er-Ufer“ im Nor­den bis zur Stra­ße „Am Bay­en­turm“ im Süden grund­sätz­lich ver­bo­ten. Die Klä­ge­rin will eine der­ar­ti­ge Anla­ge („Mega-Light-Wand­an­la­ge“) an der Gie­bel­wand eines Gebäu­des am Sach­sen­ring errich­ten. Die dafür erfor­der­li­che Bau­ge­neh­mi­gung lehn­te die Stadt mit dem Hin­weis ab, die Sat­zung ste­he der Ertei­lung der Bau­ge­neh­mi­gung ent­ge­gen. Hier­ge­gen hat sich die Klä­ge­rin vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt gewehrt.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Köln sei die Wer­be­sat­zung unwirk­sam, weil sie auch räum­li­che Berei­che wie etwa den Bar­ba­ros­sa­platz oder den Ebertplatz betref­fe, in denen kei­ne erkenn­ba­re ein­heit­li­che städ­te­bau­li­che oder his­to­ri­sche Prä­gung mehr vor­lie­ge und die des­halb auch nicht im Sin­ne der Bau­ord­nung NRW schutz­wür­dig sei­en. Die Begrün­dung der Sat­zung las­se nicht erken­nen, aus wel­chem Grund auch in die­sen Berei­chen Fremd­wer­bung auf pri­va­ten Grund­stü­cken prak­tisch aus­ge­schlos­sen wer­de.

Ver­wal­tungs­ge­richt Köln, Urteil vom 29. Novem­ber 2012 – 2 K 4268/​11