Kos­ten­er­stat­tung – nach Erle­di­gung der Ver­fas­sungs­be­schwer­de

Über die Ver­fas­sungs­be­schwer­de ist nach einer Erle­di­gungs­er­klä­rung des Beschwer­de­füh­rers nicht mehr zu ent­schei­den 1. Ver­fah­rens­ge­gen­stand ist damm nur noch die Ent­schei­dung über den Antrag des Beschwer­de­füh­rers auf Erstat­tung sei­ner not­wen­di­gen Aus­la­gen, die der Kam­mer obliegt 2.

Kos­ten­er­stat­tung – nach Erle­di­gung der Ver­fas­sungs­be­schwer­de

Nach Erle­di­gung der Ver­fas­sungs­be­schwer­de und des Antrags auf Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung ist über die Erstat­tung der dem Beschwer­de­füh­rer ent­stan­de­nen Aus­la­gen nach Bil­lig­keits­ge­sichts­punk­ten zu ent­schei­den (§ 34a Abs. 3 BVerfGG). Dabei ist eine Gesamt­wür­di­gung aller bekann­ten Umstän­de vor­zu­neh­men.

Mit Blick auf die Funk­ti­on und Trag­wei­te ver­fas­sungs­ge­richt­li­cher Ent­schei­dun­gen kommt eine sum­ma­ri­sche Prü­fung der Erfolgs­aus­sicht der Ver­fas­sungs­be­schwer­de regel­mä­ßig nicht in Betracht 3.

Eine Erstat­tung von Aus­la­gen kommt aller­dings dann in Fra­ge, wenn die Erfolgs­aus­sicht der Ver­fas­sungs­be­schwer­de offen­sicht­lich war und unter­stellt wer­den kann oder wenn die ver­fas­sungs­recht­li­che Lage geklärt wor­den ist 4.

Bei der erfor­der­li­chen Gesamt­wür­di­gung kann ins­be­son­de­re dem Grund, der zur Erle­di­gung geführt hat, wesent­li­che Bedeu­tung zukom­men. Besei­tigt die öffent­li­che Gewalt von sich aus den mit der Ver­fas­sungs­be­schwer­de ange­grif­fe­nen Akt oder hilft sie der Beschwer auf ande­re Wei­se ab, so kann, falls kei­ne ander­wei­ti­gen Grün­de ersicht­lich sind, ange­nom­men wer­den, dass sie das Begeh­ren des Beschwer­de­füh­rers selbst für berech­tigt erach­tet. In die­sem Fall ist es bil­lig, die öffent­li­che Hand ohne wei­te­re Prü­fung an ihrer Auf­fas­sung fest­zu­hal­ten und dem Beschwer­de­füh­rer die Erstat­tung sei­ner Aus­la­gen in glei­cher Wei­se zuzu­bil­li­gen, wie wenn sei­ner Ver­fas­sungs­be­schwer­de statt­ge­ge­ben wor­den wäre 5.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 15. März 2017 – 2 BvR 144/​17

  1. vgl. BVerfGE 7, 75, 76; 85, 109, 113[]
  2. vgl. BVerfGE 72, 34, 38 f.[]
  3. vgl. BVerfGE 85, 109, 115; 87, 394, 398; 133, 37, 38 Rn. 2; Beschluss vom 09.02.2017 – 1 BvR 309/​11 2[]
  4. vgl. BVerfGE 85, 109, 114 ff.; 133, 37, 38 f. Rn. 2; Beschluss vom 09.02.2017 – 1 BvR 309/​11 2[]
  5. vgl. BVerfGE 85, 109, 115; 87, 394, 397; 91, 146, 147; 133, 37, 38 Rn. 2; BVerfGK 5, 316, 327 f.; Beschluss vom 09.02.2017 – 1 BvR 309/​11 2[]