Das Aus­schei­den des pro­mo­vier­ten Namens­ge­bers aus einer Wir­schafts­prü­fer-Part­ner­schafts­ge­sell­schaft

Bei Aus­schei­den des pro­mo­vier­ten Namens­ge­bers einer als Wirt­schafts­prü­fungs­ge­sell­schaft aner­kann­ten Part­ner­schaft sind die ver­blei­ben­den Part­ner bei Ein­wil­li­gung des Aus­ge­schie­de­nen oder sei­ner Erben auch dann zur Fort­füh­rung des bis­he­ri­gen Namens der Part­ner­schaft mit dem Dok­tor­ti­tel des Aus­ge­schie­de­nen befugt, wenn kei­ner von ihnen pro­mo­viert hat.

Das Aus­schei­den des pro­mo­vier­ten Namens­ge­bers aus einer Wir­schafts­prü­fer-Part­ner­schafts­ge­sell­schaft

Grund­sätz­lich muss der Name der Part­ner­schaft nach § 2 Abs. 1 Satz 1 und 3 PartGG den Namen min­des­tens eines Part­ners ent­hal­ten und dür­fen die Namen ande­rer Per­so­nen als der Part­ner nicht in den Namen der Part­ner­schaft auf­ge­nom­men wer­den. Die­ser "wahr­heits­ge­mä­ßen" Anga­be der tat­säch­lich in der Gesell­schaft akti­ven Part­ner kommt nach den Geset­zes­ma­te­ria­li­en auf­grund der auf per­sön­li­che Leis­tungs­er­brin­gung aus­ge­rich­te­ten Tätig­keit der Part­ner­schaft beson­de­res Gewicht zu1. Dem­entspre­chend wur­de die­ser Grund­satz der Namens­an­ga­be min­des­tens eines akti­ven Part­ners auch bei der Libe­ra­li­sie­rung des Fir­men­rechts im Rah­men der Han­dels­rechts­re­form für die Part­ner­schafts­ge­sell­schaft bewusst bei­be­hal­ten2.

Eine Aus­nah­me gilt gemäß § 2 Abs. 2 PartGG i.V.m. § 24 Abs. 2 HGB jedoch dann, wenn der namens­ge­ben­de Part­ner aus­schei­det und er selbst oder – wie hier sei­ne Erben in die Fort­füh­rung sei­nes Namens ein­ge­wil­ligt hat bzw. haben. In die­sem Fall gestat­tet § 24 Abs. 2 HGB die Fort­füh­rung der bis­he­ri­gen Fir­ma bzw. des bis­he­ri­gen Namens der Part­ner­schaft und durch­bricht damit in sei­nem Gel­tungs­be­reich3 den in § 18 Abs. 2 Satz 1 HGB ent­hal­te­nen Grund­satz der Fir­men­wahr­heit, um den ide­el­len und mate­ri­el­len Wert der bis­he­ri­gen Fir­ma zu erhal­ten4. Mit der Anord­nung der ent­spre­chen­den Anwen­dung der §§ 21, 22 Abs. 1 und § 24 HGB auf Part­ner­schaf­ten in § 2 Abs. 2 PartGG soll­te nach dem Gesetz­ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung zum Part­ner­schafts­ge­sell­schafts­ge­setz der erheb­li­chen prak­ti­schen Bedeu­tung der Fort­füh­rung des Namens aus­ge­schie­de­ner Part­ner gera­de auch bei Sozie­tä­ten von Frei­be­ruf­lern Rech­nung getra­gen wer­den, zumal der Ver­kehr sich dar­auf ein­ge­stellt habe, dass der im Sozie­täts­na­men ent­hal­te­ne Fami­li­en­na­me eines Sozi­us nicht dar­auf hin­deu­te, dass die­ser auch heu­te noch sei­ne Diens­te anbie­te5.

Die­se Fort­füh­rungs­be­fug­nis gilt nach dem Wort­laut des § 24 Abs. 2 HGB für die gesam­te bis­he­ri­ge Fir­ma und damit auch für den in der bis­he­ri­gen Fir­ma bzw. im bis­he­ri­gen Namen der Part­ner­schaft ange­ge­be­nen Dok­tor­ti­tel des aus­schei­den­den Namens­ge­bers. Der Dok­tor­ti­tel ist zwar nicht Bestand­teil des bür­ger­li­chen Namens des Aus­schei­den­den6, wohl aber als Namens­zu­satz Bestand­teil des Namens der Gesell­schaft7.

Aller­dings steht auch die Fort­füh­rungs­be­fug­nis nach § 24 HGB – wie das Beschwer­de­ge­richt im Aus­gangs­punkt zutref­fend ange­nom­men hat – ihrer­seits unter dem Vor­be­halt des Irre­füh­rungs­ver­bots des § 18 Abs. 2 Satz 1 HGB8.

Auch bei Fort­füh­rung einer Fir­ma nach § 24 HGB sind Zusät­ze, die im Rechts­ver­kehr unzu­tref­fen­de Vor­stel­lun­gen über Umfang und Art des Unter­neh­mens sowie über geschäft­lich bedeut­sa­me per­sön­li­che Ver­hält­nis­se und Eigen­schaf­ten des neu­en Unter­neh­mens­trä­gers her­vor­ru­fen, nach § 18 Abs. 2 Satz 1 HGB unzu­läs­sig9. § 24 HGB setzt sich nur mit Blick auf Ände­run­gen im Gesell­schaf­ter­be­stand gegen den Grund­satz der Fir­men­wahr­heit durch. Täu­schen­de Zusät­ze kön­nen hin­ge­gen grund­sätz­lich auch bei der abge­lei­te­ten Fir­ma nicht hin­ge­nom­men wer­den.

Die­ser Vor­be­halt des Irre­füh­rungs­ver­bots gilt ent­spre­chend auch für die Namens­fort­füh­rung einer Part­ner­schaft gemäß § 2 Abs. 2 PartGG i.V.m. § 24 Abs. 2, 18 Abs. 2 HGB10 und wur­de im Zuge der Libe­ra­li­sie­rung des Fir­men­rechts durch das Han­dels­rechts­re­form­ge­setz im Jahr 1998 im Inter­es­se des Ver­kehrs­schut­zes bei­be­hal­ten11. Soweit in der Lite­ra­tur ver­ein­zelt ver­tre­ten wird, die Vor­schrif­ten der §§ 22, 24 HGB sei­en auch hin­sicht­lich Namens­zu­sät­zen als lex spe­cia­lis zu § 18 Abs. 2 HGB anzu­se­hen12, steht dies in Wider­spruch zu dem erklär­ten Wil­len des Gesetz­ge­bers.

Aller­dings war im hier ent­schie­de­nen Fall nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hofs die Fort­füh­rung des bis­he­ri­gen Namens der Part­ner­schaft mit dem Dok­tor­ti­tel des aus­ge­schie­de­nen namens­ge­ben­den Part­ners nicht zur Irre­füh­rung gemäß § 18 Abs. 2 HGB geeig­net und daher zuläs­sig:

Nach der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs zur Irre­füh­rung durch Titel­fort­füh­rung gemäß § 18 Abs. 2 HGB in der bis zum 30.06.1998 gel­ten­den Fas­sung (im Fol­gen­den: aF) kann eine für die Auf­nah­me von Geschäfts­be­zie­hun­gen oder für einen Kauf­ent­schluss erheb­li­che Täu­schung vor­lie­gen, wenn nicht uner­heb­li­che Tei­le des ange­spro­che­nen Ver­kehrs einem in der Fir­ma ent­hal­te­nen Dok­tor­ti­tel ent­neh­men, dass ein pro­mo­vier­ter Aka­de­mi­ker Geschäfts­in­ha­ber oder ein die Gesell­schafts­be­lan­ge maß­geb­lich mit­be­stim­men­der Gesell­schaf­ter sei oder gewe­sen sei, und dar­aus her­lei­ten, dass beson­de­re wis­sen­schaft­li­che Kennt­nis­se und Fähig­kei­ten des Genann­ten auf dem Fach­ge­biet des in Fra­ge ste­hen­den Geschäfts­be­triebs die Güte der ange­bo­te­nen Waren mit­be­stim­men. Der aka­de­mi­sche Titel bewei­se unab­hän­gig von Fakul­täts­zu­sät­zen und sich dar­aus erge­ben­den Spe­zi­al­kennt­nis­sen eine abge­schlos­se­ne Hoch­schul­aus­bil­dung. Sei­nem Trä­ger wer­de in der brei­ten Öffent­lich­keit – gleich ob zu Recht oder zu Unrecht – ein beson­de­res Ver­trau­en in sei­ne intel­lek­tu­el­len Fähig­kei­ten, sei­nen guten Ruf und sei­ne Zuver­läs­sig­keit ent­ge­gen­ge­bracht13.

Ob sich die­se gene­rel­le Wert­schät­zung in einer für den Geschäfts­ver­kehr erheb­li­chen Wei­se aus­wir­ke, hän­ge von der Art des Geschäfts­be­triebs ab, sei aber jeden­falls bei einer Mak­ler­fir­ma zu beja­hen14. Der selbst nicht pro­mo­vier­te Erwer­ber eines Grund­stücks­mak­ler­ge­schäfts neh­me daher mit der Wei­ter­ver­wen­dung des Dok­tor­ti­tels einen ihm per­sön­lich nicht zukom­men­den und über den in zuläs­si­ger Wei­se geschaf­fe­nen Wert der Fir­ma hin­aus­ge­hen­den Vor­teil in Anspruch. Das ver­sto­ße gegen den Grund­satz der Fir­men­wahr­heit und wer­de auch von dem Fir­men­fort­füh­rungs­recht des § 22 Abs. 1 HGB nicht gedeckt, wenn nicht durch einen Nach­fol­ge­zu­satz im Fir­men­na­men klar­ge­stellt wer­de, dass das Publi­kum mit einer aka­de­mi­schen Vor­bil­dung des jet­zi­gen Geschäfts­in­ha­bers nicht mehr rech­nen kön­ne15.

Ob an die­ser Beur­tei­lung auch nach der Libe­ra­li­sie­rung des Fir­men­bil­dungs­rechts und der Ent­schär­fung des Irre­füh­rungs­ver­bots durch die Neu­fas­sung von § 18 Abs. 2, § 19 HGB im Rah­men der Han­dels­rechts­re­form im Jahr 1998 noch unein­ge­schränkt fest­zu­hal­ten ist, bedarf hier kei­ner Ent­schei­dung.

Die Fort­füh­rung des Dok­tor­ti­tels nach Aus­schei­den des ein­zi­gen pro­mo­vier­ten Part­ners ist im hier vor­lie­gen­den Fall auch nach der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs nicht als unzu­läs­si­ge Irre­füh­rung anzu­se­hen.

Ob sich die gene­rel­le Wert­schät­zung gegen­über einem Dok­tor­ti­tel zuguns­ten des jewei­li­gen Fir­men- bzw. Namens­in­ha­bers aus­wirkt, hängt von der Art des jewei­li­gen Unter­neh­mens ab16.

Abzu­stel­len ist dabei zum einen auf den Geschäfts­be­reich, in dem das jewei­li­ge Unter­neh­men tätig ist. Zu berück­sich­ti­gen ist aber auch, ob der Grund der beson­de­ren Wert­schät­zung des Dok­tor­ti­tels, der nach der Recht­spre­chung in dem Beleg für eine abge­schlos­se­ne Hoch­schul­aus­bil­dung liegt17, nicht auch bei einem nicht pro­mo­vier­ten, die Geschi­cke des Unter­neh­mens maß­geb­lich mitt­be­stim­men­den Part­ner des jewei­li­gen Unter­neh­mens ein­greift, weil die­ser bereits für die Aus­übung sei­ner Tätig­keit als sol­che – ob mit oder ohne Pro­mo­ti­on – eine aka­de­mi­sche oder eine dem gleich­zu­set­zen­de Aus­bil­dung durch­lau­fen haben muss. In einem sol­chen Fall ver­mag der Dok­tor­ti­tel kei­ne Irre­füh­rung über die Vor­bil­dung der Part­ner zu begrün­den und wird das durch die Titel­füh­rung begrün­de­te beson­de­re Ver­trau­en in die intel­lek­tu­el­len Fähig­kei­ten, den guten Ruf und die Zuver­läs­sig­keit in der Sache nicht ent­täuscht. Eine unbe­rech­tig­te Inan­spruch­nah­me einer beson­de­ren Wert­schät­zung hin­sicht­lich der per­sön­li­chen Qua­li­tä­ten der Part­ner und der Güte der von ihnen ange­bo­te­nen Dienst­leis­tun­gen im Sin­ne der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs18 liegt dann nicht vor.

Im vor­lie­gen­den Fall ist danach kei­ne Irre­füh­rung gege­ben:

Der eine Part­ner ist nach dem vor­lie­gen­den Aus­zug der Ein­tra­gung der Part­ner­schaft im Part­ner­schafts­re­gis­ter Wirt­schafts­prü­fer, der ande­re ist ver­ei­dig­ter Buch­prü­fer. Des Wei­te­ren ist die Part­ner­schaft als Wirt­schafts­prü­fungs­ge­sell­schaft aner­kannt. Die­se Aner­ken­nung setzt gemäß § 1 Abs. 3 des Geset­zes über eine Berufs­ord­nung der Wirt­schafts­prü­fer19 den Nach­weis vor­aus, dass die Gesell­schaft von Wirt­schafts­prü­fern ver­ant­wort­lich geführt, d.h. maß­geb­lich mit­be­stimmt wird (sie­he § 28 Abs. 1 Satz 1 und Satz 3 WiPrO).

Wirtschaftsprüfer/​innen bedür­fen nach § 1 Abs. 1 Satz 1 WiPrO der öffent­li­chen Bestel­lung, die gemäß § 1 Abs. 1 Satz 2 WiPrO den Nach­weis der per­sön­li­chen und fach­li­chen Eig­nung im Zulas­sungs- und staat­li­chen Prü­fungs­ver­fah­ren vor­aus­setzt. Vor­aus­set­zung für die Zulas­sung zu die­sem Prü­fungs­ver­fah­ren ist gemäß § 8 Abs. 1 WiPrO wie­der­um der Nach­weis einer abge­schlos­se­nen Hoch­schul­aus­bil­dung. Auf die­sen Nach­weis kann zwar gemäß § 8 Abs. 2 WiPrO ver­zich­tet wer­den, wenn die Bewer­ben­den sich in min­des­tens zehn­jäh­ri­ger prak­ti­scher Tätig­keit als Beschäf­tig­te bei einem der in Nr. 1 der Vor­schrift genann­ten Arbeit­ge­ber bewährt haben oder gemäß Nr. 2 der Vor­schrift min­des­tens fünf Jah­re als ver­ei­dig­ter Buchprüfer/​in oder als Steu­er­be­ra­ter/​in tätig waren. Aus der Gleich­set­zung die­ser prak­ti­schen Bewäh­rung bzw. Berufs­tä­tig­keit mit dem Nach­weis einer abge­schlos­se­nen aka­de­mi­schen Hoch­schul­aus­bil­dung ergibt sich aber, dass der Gesetz­ge­ber die­se Qua­li­fi­ka­ti­on jeden­falls für den Bereich der Wirt­schafts­prü­fung einer aka­de­mi­schen Aus­bil­dung gleich­wer­tig erach­tet und den Bewer­bern mit ent­spre­chen­der Vor­bil­dung die glei­che Befä­hi­gung und Eig­nung für den Beruf des Wirt­schafts­prü­fers bei­misst.

Ent­spre­chen­des gilt für die Bestel­lung eines Part­ners als ver­ei­dig­ter Buch­prü­fer. Eine sol­che Bestel­lung bedurf­te nach § 128 Abs. 1, § 131b WiPrO in der bis zum 31.12 2003 gel­ten­den Fas­sung (im Fol­gen­den: aF) einer Prü­fung nach § 131a WiPrO aF. Die Zulas­sung zu die­ser Prü­fung setz­te gemäß 131 WiPrO aF u.a. vor­aus, dass der Bewer­ber im Zeit­punkt der Antrag­stel­lung Steu­er­be­ra­ter oder Rechts­an­walt war. Bei­des erfordert(e) grund­sätz­lich den Abschluss einer aka­de­mi­schen oder einer dem gleich­zu­set­zen­de Aus­bil­dung: Die Zulas­sung als Rechts­an­walt setzt gemäß § 4 Satz 1 Nr. 1 BRAO grund­sätz­lich die Befä­hi­gung zum Rich­ter­amt nach dem Deut­schen Rich­ter­ge­setz und damit gemäß § 5 Abs. 1 DRiG den Abschluss eines rechts­wis­sen­schaft­li­chen Uni­ver­si­täts­stu­di­ums vor­aus. Die Bestel­lung zum Steu­er­be­ra­ter erfolgt gemäß § 40 Abs. 1 Satz 1, § 35 Abs. 1 Satz 1 StBerG bei bestan­de­ner Steu­er­be­ra­ter­prü­fung oder Befrei­ung von die­ser Prü­fung gemäß § 38 StBerG. Vor­aus­set­zung für die Zulas­sung zur Steu­er­be­ra­ter­prü­fung ist wie­der­um gemäß § 36 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 StBerG u.a. ein abge­schlos­se­nes wirt­schafts- oder rechts­wis­sen­schaft­li­ches Hoch­schul­stu­di­um oder ein ande­res Hoch­schul­stu­di­um mit wirt­schafts­wis­sen­schaft­li­cher Fach­rich­tung. Zwar kön­nen nach § 36 Abs. 2 StBerG auch Bewer­ber ohne abge­schlos­se­nes Hoch­schul­stu­di­um zur Steu­er­be­ra­ter­prü­fung zuge­las­sen wer­den, wenn sie min­des­tens zehn bzw. min­des­tens sie­ben Jah­re nach Abschluss einer kauf­män­ni­schen Aus­bil­dung oder einer gleich­wer­ti­gen Vor­bil­dung in den in die­ser Vor­schrift genann­ten Berei­chen prak­tisch tätig waren. Auch hier ergibt sich aber aus der Gleich­set­zung die­ser prak­ti­schen Tätig­keit mit dem Nach­weis einer abge­schlos­se­nen aka­de­mi­schen Hoch­schul­aus­bil­dung, dass der Gesetz­ge­ber die­se Qua­li­fi­ka­ti­on einer aka­de­mi­schen Aus­bil­dung gleich­wer­tig erach­tet und den Bewer­bern die glei­che Befä­hi­gung und Eig­nung für den Bereich der Steu­er­be­ra­tung bei­misst. Glei­ches gilt für die in § 38 StBerG genann­ten Fäl­le, in denen eine Befrei­ung von der Steu­er­be­ra­ter­prü­fung mög­lich ist.

Die beson­de­re Wert­schät­zung, die dem Dok­tor­ti­tel auf­grund der dar­in zum Aus­druck kom­men­den abge­schlos­se­nen Hoch­schul­aus­bil­dung von der brei­ten Öffent­lich­keit ent­ge­gen­ge­bracht wird, ist daher in der Sache auch bei der hier zu beur­tei­len­den Part­ner­schaft und ihren Part­nern begrün­det. Eine Eig­nung zur Irre­füh­rung über wesent­li­che Umstän­de, die der Fort­füh­rungs­be­rech­ti­gung nach § 24 Abs. 2 HGB ent­ge­gen­ste­hen könn­te, liegt damit nicht vor.

Die Ent­schei­dung des Bun­des­ge­richts­hofs vom 04.04.201720 steht dem nicht ent­ge­gen. Gegen­stand der Ent­schei­dung war nicht die Fra­ge der Zuläs­sig­keit der Titel­fort­füh­rung im Namen der dor­ti­gen Part­ner­schaft, son­dern allein die Ein­tra­gungs­fä­hig­keit der Dok­tor­ti­tel bei den Namen der ein­zel­nen Part­ner in das Part­ner­schafts­re­gis­ter. Soweit der Bun­des­ge­richts­hof in die­sem Zusam­men­hang unter Bezug­nah­me auf die bis­he­ri­ge Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs aus­ge­führt hat, dass ein Dok­tor­ti­tel im Namen einer Part­ner­schafts­ge­sell­schaft nach § 2 Abs. 2 PartGG i.V.m. § 18 Abs. 2 Satz 1 HGB nur geführt wer­den dür­fe, wenn einer der Part­ner über die­sen Titel ver­fügt, um eine Irre­füh­rung der maß­geb­li­chen Ver­kehrs­krei­se zu ver­mei­den, bezog sich das nur auf die Maß­geb­lich­keit der Fir­men­wahr­heit für die Füh­rung von Dok­tor­ti­teln bei Part­ner­schafts­ge­sell­schaf­ten im All­ge­mei­nen. Die hier vor­lie­gen­de beson­de­re Kon­stel­la­ti­on der Namens­fort­füh­rung mit Titel nach § 24 Abs. 2 HGB durch eine Part­ner­schaft, in der sämt­li­che Part­ner auch ohne Pro­mo­ti­on eine aka­de­mi­sche oder eine dem gleich­zu­set­zen­de Aus­bil­dung absol­viert haben müs­sen, stand dort nicht zur Ent­schei­dung.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 8. Mai 2018 – II ZB 26/​17

  1. Regie­rungs­ent­wurf zum Part­ner­schafts­ge­sell­schafts­ge­setz vom 25.07.1994 [BGBl – I 1994, 1744], BT-Drs. 12/​6152, S. 11 []
  2. Regie­rungs­ent­wurf zum Han­dels­rechts­re­form­ge­setz vom 22.06.1998 [BGBl – I 1998, 1474], BT-Drs. 13/​8444, S. 81 []
  3. eben­so wie § 22 HGB []
  4. vgl. BGH, Urteil vom 10.11.1969 – II ZR 273/​67, BGHZ 53, 65, 66 f. zu § 22 HGB []
  5. Regie­rungs­ent­wurf zum Part­ner­schafts­ge­sell­schafts­ge­setz vom 25.07.1994 [BGBl – I 1994, 1744], BT-Drs. 12/​6152, S. 11 []
  6. vgl. BGH, Beschluss vom 04.04.2017 – II ZB 10/​16, ZIP 2017, 1067 Rn. 16 []
  7. vgl. BGH, Urteil vom 10.11.1969 – II ZR 273/​67, BGHZ 53, 65, 67; Beschluss vom 27.09.1965 – II ZB 5/​65, BGHZ 44, 286, 287; Beschluss vom 09.12 1976 – II ZB 6/​76, BGHZ 68, 12, 13 f. []
  8. vgl. BGH, Beschluss vom 27.09.1965 – II ZB 5/​65, BGHZ 44, 286, 287 f.; Urteil vom 10.11.1969 – II ZR 273/​67, BGHZ 53, 65, 67; Beschluss vom 09.12 1976 – II ZB 6/​76, BGHZ 68, 12, 14; Beschluss vom 28.03.1977 – II ZB 8/​76, BGHZ 68, 271, 273 []
  9. vgl. BGH, Urteil vom 10.11.1969 – II ZR 273/​67, BGHZ 53, 65, 67; Beschluss vom 09.12 1976 – II ZB 6/​76, BGHZ 68, 12, 14 mwN []
  10. sie­he Regie­rungs­ent­wurf zum Part­ner­schafts­ge­sell­schafts­ge­setz vom 25.07.1994 [BGBl – I 1994, 1744], BT-Drs. 12/​6152, S. 12 []
  11. sie­he Regie­rungs­ent­wurf zum Han­dels­rechts­re­form­ge­setz vom 22.06.1998 [BGBl – I 1998, 1474], BT-Drs. 13/​8444, S. 38, 52 ff. []
  12. so Meili­cke in Meilicke/​v. Westphalen/​Hoffmann/​Lenz/​Wolff, PartGG, 3. Aufl. § 2 Rn. 15 []
  13. vgl. BGH, Urteil vom 10.11.1969 – II ZR 273/​67, BGHZ 53, 65, 67 f.; Urteil vom 05.04.1990 – I ZR 19/​88, NJW 1991, 752, 753; Urteil vom 24.10.1991 – I ZR 271/​89, WM 1992, 504, 505 []
  14. vgl. BGH, Urteil vom 10.11.1969 – II ZR 273/​67, BGHZ 53, 65, 68; Urteil vom 24.10.1991 – I ZR 271/​89, WM 1992, 504, 505 []
  15. vgl. BGH, Urteil vom 10.11.1969 – II ZR 273/​67, BGHZ 53, 65, 68; Urteil vom 02.10.1997 – I ZR 105/​95, WM 1998, 1094, 1096 []
  16. vgl. BGH, Urteil vom 10.11.1969 – II ZR 273/​67, BGHZ 53, 65, 68 []
  17. vgl. BGH, Urteil vom 10.11.1969 – II ZR 273/​67, BGHZ 53, 65, 67 []
  18. vgl. BGH, Urteil vom 10.11.1969 – II ZR 273/​67, BGHZ 53, 65, 68; Urteil vom 02.10.1997 – I ZR 105/​95, WM 1998, 1094, 1096 []
  19. Gesetz vom 05.11.1975, BGBl – I 1975, 2803, zuletzt geän­dert durch Gesetz vom 30.10.2017 [BGBl – I 2017, 3618] – Wirt­schafts­prü­ferord­nung; im Fol­gen­den: WiPrO []
  20. BGH, Beschluss vom 04.04.2017 – II ZB 10/​16, ZIP 2017, 1067 []