Die Sanie­rungs­be­dürf­tig­keit einer Publi­kums­per­so­nen­ge­sell­schaft

Im Fal­le der Sanie­rungs­be­dürf­tig­keit einer Publi­kums­per­so­nen­ge­sell­schaft lässt sich die Zustim­mungs­pflicht eines nicht sanie­rungs­wil­li­gen Gesell­schaf­ters zu einem Gesell­schaf­ter­be­schluss, wel­cher nach den Grund­sät­zen des Urteils des Bun­des­ge­richts­hofs vom 19. Okto­ber 2009 1 gefasst wird, nicht von vorn­her­ein abs­trakt mit der Begrün­dung ver­nei­nen, dass der Gesell­schaf­ter nach sei­nem Aus­schei­den – anders als bei sofor­ti­ger Liqui­da­ti­on der Gesell­schaft – einer Nach­haf­tung aus­ge­setzt wäre.

Die Sanie­rungs­be­dürf­tig­keit einer Publi­kums­per­so­nen­ge­sell­schaft

Viel­mehr bedarf es inso­weit einer kon­kre­ten Gegen­über­stel­lung der auf den betref­fen­den Gesell­schaf­ter ent­fal­len­den Beträ­ge für den Fall der Liqui­da­ti­on der Gesell­schaft einer­seits und für den Fall der Sanie­rung ande­rer­seits.

Maß­geb­li­che und hin­rei­chen­de Beur­tei­lungs­grund­la­ge des Gesell­schaf­ters für die Fra­ge einer ent­spre­chen­den Zustim­mungs­pflicht ist sein Infor­ma­ti­ons­stand über die vor­ge­se­he­nen Sanie­rungs­ver­ein­ba­run­gen mit Gläu­bi­gern der Gesell­schaft zum Zeit­punkt des betref­fen­den Gesell­schaf­ter­be­schlus­ses, ohne dass die­se Ver­ein­ba­run­gen bereits ihren tat­säch­li­chen Abschluss gefun­den haben müss­ten.

Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart, Urteil vom 11. Juli 2013 – 19 U 11/​13

  1. BGH, Urteil vom 19.10.2009 – II ZR 240/​08, NZG 2009, 1347 – "Sanie­ren oder Aus­schei­den"[]