Elek­tro­ni­sches Unter­neh­mens­re­gis­ter

Der Deut­sche Bun­des­tag hat am Frei­tag das Gesetz über elek­tro­ni­sche Han­dels­re­gis­ter und Genos­sen­schafts­re­gis­ter sowie das Unter­neh­mens­re­gis­ter (EHUG) beschlos­sen. Das EHUG soll, so die Absicht des Gesetz­ge­bers, einer grund­le­gen­den Moder­ni­sie­rung des Umgangs mit ver­öf­fent­li­chungs­pflich­ti­gen Unter­neh­mens­da­ten füh­ren.

Elek­tro­ni­sches Unter­neh­mens­re­gis­ter

Das EHUG setzt die Richt­li­nie 2003/​58/​EG zur Ände­rung der 1. gesell­schafts­recht­li­chen Richt­li­nie, Tei­le der EU-Trans­pa­renz­richt­li­nie 2004/​109/​EG sowie Beschlüs­se der Regie­rungs­kom­mis­si­on Cor­po­ra­te Gover­nan­ce um.

Im ein­zel­nen fin­den sich im EHUG fol­gen­de Ände­run­gen:

Elek­tro­ni­sches Handels‑, Genos­sen­schafts- und Part­ner­schafts­re­gis­ter

Spä­tes­tens bis zum 1. Janu­ar 2007 wer­den Handels‑, Genos­sen­schafts- und Part­ner­schafts­re­gis­ter auf den elek­tro­ni­schen Betrieb umge­stellt. Zustän­dig für die Füh­rung der Regis­ter blei­ben die Amts­ge­rich­te. Um die Ver­wal­tung der Regis­ter zu beschleu­ni­gen, kön­nen Unter­la­gen in Zukunft nur noch elek­tro­nisch ein­ge­reicht wer­den. Die Bun­des­län­der kön­nen aller­dings Über­gangs­fris­ten vor­se­hen, nach denen die Unter­la­gen bis spä­tes­tens Ende 2009 auch noch in Papier­form ein­ge­reicht wer­den kön­nen. Aus Grün­den der Rechts­si­cher­heit bleibt für die Anmel­dun­gen zur Ein­tra­gung eine öffent­li­che Beglau­bi­gung erfor­der­lich. Zur Beschleu­ni­gung der Ein­tra­gung ist unter ande­rem vor­ge­se­hen, dass über den Antrag grund­sätz­lich „unver­züg­lich“ zu ent­schei­den ist.

Weil die Regis­ter elek­tro­nisch geführt wer­den, wer­den Han­dels­re­gis­ter­ein­tra­gun­gen künf­tig auch elek­tro­nisch bekannt gemacht ─ eine preis­wer­te und für jeden Inter­es­sen­ten aus dem In- und Aus­land in glei­cher Wei­se leicht zugäng­li­che Form. Für einen Über­gangs­zeit­raum bis Ende 2008 wird die Bekannt­ma­chung zusätz­lich noch in einer Tages­zei­tung erfol­gen.

Offen­le­gung der Jah­res­ab­schlüs­se

Um die Ver­öf­fent­li­chung der Jah­res­ab­schlüs­se zu erleich­tern, wer­den für ihre zen­tra­le Ent­ge­gen­nah­me, Spei­che­rung und Ver­öf­fent­li­chung nicht mehr die Amts­ge­rich­te, son­dern der elek­tro­ni­sche Bun­des­an­zei­ger zustän­dig sein. Damit wer­den die Gerich­te von jus­tiz­fer­nem Ver­wal­tungs­auf­wand ent­las­tet und der elek­tro­ni­sche Bun­des­an­zei­ger zu einem zen­tra­len Ver­öf­fent­li­chungs­or­gan für wirt­schafts­recht­li­che Bekannt­ma­chun­gen aus­ge­baut.

Elek­tro­ni­sches Unter­neh­mens­re­gis­ter – www.unternehmensregister.de

Ab dem 1. Janu­ar 2007 kön­nen unter www.unternehmensregister.de wesent­li­che publi­ka­ti­ons­pflich­ti­ge Daten eines Unter­neh­mens online abge­ru­fen wer­den. Damit gibt es eine zen­tra­le Inter­net­adres­se, über die alle wesent­li­chen Unter­neh­mens­da­ten, deren Offen­le­gung von der Rechts­ord­nung vor­ge­se­hen ist, online bereit ste­hen („one stop shop­ping“). Der Rechts- und Wirt­schafts­ver­kehr wird künf­tig nicht mehr ver­schie­de­ne Infor­ma­ti­ons­quel­len bemü­hen müs­sen, um die wesent­li­chen publi­zi­täts­pflich­ti­gen Anga­ben über ein Unter­neh­men zu erhal­ten.