Nach­schuss­pflicht eines stil­len Gesell­schaf­ters

Wenn der Ver­lust­an­teil des stil­len Gesell­schaf­ters gem. Gesell­schafts­ver­trag „zulas­ten sei­nes Kapi­tal­kon­tos” ver­bucht wer­den soll­te, ist die tat­säch­li­che Buchung auf dem Kon­to „Ver­bind­lich­kei­ten gegen­über Gesell­schaf­tern” (= Fremd­ka­pi­tal) unzu­läs­sig, denn eine ord­nungs­ge­mä­ße Ver­bu­chung hät­te zur Bil­dung eines Pas­siv­sal­dos (Nega­tiv­sal­dos) auf dem Ein­la­ge­kon­to geführt, wodurch das feh­len­de Eigen­ka­pi­tal auch nach außen hin doku­men­tiert wor­den wäre.

Nach­schuss­pflicht eines stil­len Gesell­schaf­ters

Die Fest­stel­lung des Jah­res­ab­schlus­ses bei einer GmbH hat die Bedeu­tung einer Ver­bind­li­cherklä­rung der Bilanz jeden­falls im Ver­hält­nis der Gesell­schaf­ter zur Gesell­schaft und auch unter­ein­an­der. Typi­scher Inhalt einer sol­chen kor­po­ra­ti­ven Abre­de ist auch ein Aus­schluss bekann­ter oder min­des­tens für mög­lich gehal­te­ner Ein­wen­dun­gen gegen­über bilan­zier­ten Gesell­schaf­ter­ver­bind­lich­kei­ten im Sin­ne eines dekla­ra­to­ri­schen Aner­kennt­nis­ses.

Bei einer aty­pisch stil­len Betei­li­gung ist es dem geschäfts­füh­ren­den, stil­len Gesell­schaf­ter gem. § 242 BGB (unzu­läs­si­ge Rechts­aus­übung) ver­wehrt, sich dar­auf zu beru­fen, er habe sei­ne Erklä­run­gen zum Jah­res­ab­schluss nur in sei­ner Funk­ti­on als Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rer und nicht zugleich auch sei­ner Funk­ti­on als aty­pisch stil­ler Gesell­schaf­ter abge­ge­ben.

Schles­wig-Hol­stei­ni­sches Ober­lan­des­ge­richt, Urteil vom 9. Juli 2009 – 5 U 22/​09