Die gefäll­ten Bäu­me auf öffent­li­chem Grund

Das irr­tüm­li­che Fäl­len von Bäu­men, die auf frem­dem Grund ste­hen, ist von der Haft­pflicht­ver­si­che­rung gedeckt.

Die gefäll­ten Bäu­me auf öffent­li­chem Grund

So hat das Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Klä­gers ent­schie­den, der den Scha­den für von ihm gefäll­te Bäu­me von sei­ner Haft­pflicht­ver­si­che­rung begli­chen haben woll­te. Der Klä­ger ist Eigen­tü­mer eines Grund­stücks im Land­kreis Ems­land. Das Grund­stück, das an die Lan­des­stra­ße L 54 grenzt hat­te er an einen Land­wirt ver­pach­tet. Der Päch­ter wand­te sich zu Beginn des Jah­res 2013 an den Klä­ger mit der Bit­te, diver­se Bäu­me ent­lang der L 54 zu besei­ti­gen, weil ihre Äste in die Acker­flä­che hin­ein­rag­ten und die Bewirt­schaf­tung behin­der­ten. Der Klä­ger kam die­ser Bit­te nach. Er ging dabei davon aus, dass die Bäu­me auf sei­nem Grund­stück stan­den. Tat­säch­lich stand jeden­falls ein Teil der 15 gefäll­ten Bäu­me auf öffent­li­chem Grund. Im März 2013 mach­te des­halb die Nie­der­säch­si­sche Lan­des­be­hör­de für Stra­ßen­bau und Ver­kehr Scha­dens­er­satz­an­sprü­che gegen den Klä­ger gel­tend. Der Klä­ger begehr­te von sei­ner Haft­pflicht­ver­si­che­rung die Über­nah­me des Scha­dens. Dies lehn­te der Ver­si­che­rer ab.

Nach Auf­fas­sung des Ober­lan­des­ge­richts Olden­burg habe sich bei dem Fäl­len der Bäu­me auf einem frem­den Grund­stück ein Risi­ko des täg­li­chen Lebens ver­wirk­licht. Die Leis­tungs­pflicht sei auch nicht aus­ge­schlos­sen. Es kön­ne nicht davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass der Klä­ger vor­sätz­lich die fal­schen Bäu­me gefällt habe.

Dar­über hin­aus gehö­re das Risi­ko des Fäl­lens frem­der Bäu­me weder zu einer Grundbesitzer‑, noch zu einer Betriebs­haft­pflicht­ver­si­che­rung. Die Fäl­lun­gen sei­en auf Wunsch des Päch­ters aus­ge­führt wor­den, stün­den aber sonst mit der Ver­pach­tung in kei­nem Zusam­men­hang.

Im Übri­gen sei der Scha­den nicht durch die Arbei­ten auf dem klä­ge­ri­schen Grund­stück ent­stan­den, son­dern weil der Klä­ger auf einem frem­den Grund­stück tätig gewor­den war.

Daher stell­te das Ober­lan­des­ge­richt fest, dass das irr­tüm­li­che Fäl­len der auf frem­den Grund ste­hen­den Bäu­me von der Haft­pflicht­ver­si­che­rung gedeckt ist und der Ver­si­che­rer den Scha­den über­neh­men muss.

Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg, Urteil vom 14. Mai 2014 – 5 U 25/​14