Aus­gleichs­klau­seln in gericht­li­chen Vergleichen

Aus­gleichs­klau­seln in gericht­li­chen Ver­glei­chen, die – wie vor­lie­gend – aus­drück­lich auch unbe­kann­te Ansprü­che unab­hän­gig von ihrem Rechts­grund erfas­sen sol­len und auf die­se Wei­se zu erken­nen geben, dass die Par­tei­en an die Mög­lich­keit des Bestehens ihnen nicht bewuss­ter Ansprü­che gedacht und auch sie in den gewoll­ten Aus­gleich ein­be­zo­gen haben, sind – anders als sol­che in Aus­gleichs­quit­tun­gen1 – regel­mä­ßig als umfas­sen­der Anspruchs­aus­schluss in Form eines kon­sti­tu­ti­ven nega­ti­ven Schuld­an­er­kennt­nis­ses zu ver­ste­hen2.

Aus­gleichs­klau­seln in gericht­li­chen Vergleichen

Die Par­tei­en wol­len in sol­chen Fäl­len nicht nur den Rechts­streit erle­di­gen, son­dern in der Regel das Arbeits­ver­hält­nis abschlie­ßend umfas­send berei­ni­gen und alle Ansprü­che aus­glei­chen und zwar gleich­gül­tig, ob sie an die­se dach­ten oder nicht.

Jede ande­re Aus­le­gung wür­de den ange­streb­ten Ver­gleichs­frie­den in Fra­ge stel­len. Der beur­kun­de­te Ver­gleichs­wil­le wäre wert­los, wenn über den beur­kun­de­ten Inhalt hin­aus­ge­hen­de Ansprü­che Quel­le eines neu­en Rechts­streits sein könn­ten3.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 23. Febru­ar 2021 – 3 AZR 15/​20

  1. vgl. hier­zu BAG 23.10.2013 – 5 AZR 135/​12, Rn. 17, BAGE 146, 217[]
  2. vgl. BAG 27.05.2015 – 5 AZR 137/​14, Rn. 21, BAGE 151, 382; 20.04.2010 – 3 AZR 225/​08, Rn. 49, BAGE 134, 111[]
  3. BAG 27.05.2015 – 5 AZR 137/​14 – aaO; 22.10.2008 – 10 AZR 617/​07, Rn. 30[]

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