Widerspricht die Hauptpartei zweifelsfrei der Fortführung des Prozesses, so ist ein Rechtsmittel des – wie hier – nicht streitgenössischen Streithelfers unzulässig1.
Der Widerspruch der Hauptpartei unterliegt nicht dem Anwaltszwang2. Er muss noch nicht einmal ausdrücklich erklärt werden; schlüssiges Verhalten reicht aus, wenn sich daraus zweifelsfrei der Wille der Hauptpartei ergibt, den Prozess nicht fortführen zu wollen3.
So wurde es etwa als ausreichende Verlautbarung des Widerspruchs der Hauptpartei angesehen, dass diese sich in einem außergerichtlichen Vergleich zur Nichtfortführung des Verfahrens bzw. zu einem Rechtsmittelverzicht verpflichtet hat und dieser Vergleich dem Gericht vom Gegner der Hauptpartei zur Kenntnis gebracht wurde4.
Ob die spätere Eröffnung des Insolvenzverfahrens im vorliegenden Fall zu einer Unterbrechung des Verfahrens gem. § 240 ZPO geführt hat, kann offenbleiben. Ein Rechtsmittel, das bereits vor der Unterbrechung des Verfahrens unzulässig war, kann in entsprechender Anwendung des § 249 Abs. 3 ZPO auch während der Unterbrechung des Verfahrens verworfen werden5.
Bundesgerichtshof, Beschluss vom 21. Juli 2015 – II ZR 177/14
- BGH, Beschluss vom 01.07.1993 – V ZR 235/92, NJW 1993, 2944, 2945; Beschluss vom 20.12 1990 – III ZB 40/90 3 ff., 8; Beschluss vom 10.11.1988 – VII ZB 8/88, NJW 1989, 1357, 1358; Beschluss vom 10.10.1984 – IVb ZB 23/84, BGHZ 92, 275, 279, jew. mwN[↩]
- BGH, Beschluss vom 20.12 1990 – III ZB 40/90 6[↩]
- BGH, Urteil vom 14.12 1967 – II ZR 30/67, BGHZ 49, 183, 188; Beschluss vom 10.11.1988 – VII ZB 8/88, NJW 1989, 1357, 13, 58; Urteil vom 29.10.1990 – II ZR 146/89, ZIP 1990, 1560, 1564; Beschluss vom 10.01.2006 – VIII ZB 82/05, BGHZ 165, 358, 361 jew. mwN; RGZ 97, 215, 216; 147, 125, 127; Weth in Musielak/Voit, ZPO, 12. Aufl., § 67 Rn. 9; MünchKomm-ZPO/Schultes, 4. Aufl., § 67 Rn. 10 mwN[↩]
- vgl. BGH, Beschluss vom 10.11.1988 – VII ZB 8/88, NJW 1989, 1357, 13, 58; Beschluss vom 20.12 1990 – III ZB 40/90 5; OLG Dresden, NJW-RR 1994, 1550; ebenso Weth in Musielak/Voit, ZPO, 12. Aufl., § 67 Rn. 9[↩]
- BGH, Beschluss vom 10.10.2013 – III ZR 358/13, MDR 2014, 109 mwN[↩]











