Eigen­be­darfs­kün­di­gung – und die aktu­el­len Belan­ge des Ver­mie­ters

Zu der sich aus dem Eigen­tums­grund­recht erge­ben­den Befug­nis des Ver­mie­ters gehört auch die Ent­schei­dung dar­über, von wel­chem Zeit­punkt an ein Wohn­be­darf Anlass für eine Eigen­be­darfs­kün­di­gung sein soll.

Eigen­be­darfs­kün­di­gung – und die aktu­el­len Belan­ge des Ver­mie­ters

Dabei ist zu beach­ten, dass der Wunsch, eine bestimm­te Woh­nung zu nut­zen, sich nicht aus­schließ­lich oder in ers­ter Linie an objek­ti­ven Kri­te­ri­en mes­sen lässt, son­dern viel­mehr eng mit dem bis­he­ri­gen Lebens­weg eines Men­schen, sei­nen Zukunfts­plä­nen und sei­nen per­sön­li­chen Vor­stel­lun­gen und Bedürf­nis­sen zusam­men­hängt 1.

So auch in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall: Ein im Jahr 2006 erfolg­te Aus­zug der Ver­mie­te­rin aus der grö­ße­ren Woh­nung im ers­ten Ober­ge­schoss kann der Ver­mie­te­rin somit nicht auf unab­seh­ba­re Zeit ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den. Sie ist dadurch nicht gehin­dert, ihre Wohn­si­tua­ti­on zehn Jah­re spä­ter erneut zu beur­tei­len und nun­mehr zu einer ande­ren Ein­schät­zung zu gelan­gen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 23. Okto­ber 2018 – VIII ZR 61/​18

  1. vgl. BVerfG, NJW 1994, 309, 310; NZM 1999, 659, 660; BGH, Urteil vom 04.02.2015 – VIII ZR 154/​14, BGHZ 204, 145 Rn. 31; BGH, Beschluss vom 23.08.2016 – VIII ZR 178/​15, NJW-RR 2017, 72 Rn. 15[]