Gemein­schafts­ga­ra­ge und Mon­ta­ge­gru­be

Wer weiß, dass sich in einer Gemein­schafts­ga­ra­ge eine nicht gesi­cher­te Mon­ta­ge­gru­be befin­det, aber trotz­dem hin­ein fällt, ist in der Regel selbst schuld. Er kann daher nicht den Mie­ter des „Gru­ben-Stell­plat­zes“ haft­bar machen. Das zeigt ein jetzt von den Cobur­ger Gerich­ten ent­schie­de­ner Fall, in dem die Schmer­zens­geld­kla­ge des einen Gara­gen­mie­ters gegen den ande­ren abge­wie­sen wur­de. Die Gerich­te stuf­ten das Ver­hal­ten des Klä­gers als so unvor­sich­tig ein, dass er sich den Sturz ganz allei­ne zurech­nen las­sen muss und den Beklag­ten nicht wegen Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht­ver­let­zung in Anspruch neh­men kann.

Gemein­schafts­ga­ra­ge und Mon­ta­ge­gru­be

Sowohl Klä­ger als auch Beklag­ter hat­ten seit Jah­ren Fahr­zeug­stell­plät­ze in einer ehe­ma­li­gen Werk­hal­le gemie­tet. Der Beklag­te park­te auf sei­nem Stell­platz regel­mä­ßig einen gro­ßen Lkw. Durch den Lkw wur­de eine etwa 8 m lan­ge Mon­ta­ge­gru­be ver­deckt. Wenn er mit dem Las­ter unter­wegs war, blieb die Gru­be stets unge­si­chert und offen. Der Klä­ger behaup­te­te, er habe eines spä­ten Abends die Hal­le ver­las­sen wol­len, das Licht aus­ge­schal­tet und sei bei Dun­kel­heit über den Stell­platz des Beklag­ten gegan­gen. Weil der Lkw zu die­sem Zeit­punkt nicht abge­stellt war, sei er in die Gru­be gestürzt und habe sich ver­letzt. Der Klä­ger warf dem Beklag­ten eine Ver­let­zung sei­ner Siche­rungs­pflich­ten vor und ver­lang­te 3.000 € Schmer­zens­geld.

Damit hat­te er jedoch vor Amts- und Land­ge­richt Coburg kei­nen Erfolg. Denn schon nach sei­ner eige­nen Schil­de­rung stand fest, dass er alle Umstän­de, die zu dem Sturz führ­ten, gekannt hat­te. Nur weil er bei Licht gese­hen hat­te, dass der Lkw nicht im Wege stand, lief er quer durch die dann unbe­leuch­te­te Hal­le. Er wuss­te auch, dass sich auf dem Stell­platz des Beklag­ten die unge­si­cher­te Gru­be befand. Ins­ge­samt han­del­te er grob fahr­läs­sig und ver­schul­de­te den Sturz in einem so hohen Maße selbst, dass für eine Haf­tung des Beklag­ten kein Raum war.

Amts­ge­richt Coburg, Urteil vom 9. Mai 2008 – 12 C 1806/​07;
Land­ge­richt Coburg, Hin­weis­ver­fü­gung vom 16. Juli 2008 – 33 S 54/​08
(rechts­kräf­tig)