Heiz­kos­ten­ab­rech­nung – Leis­tungs­prin­zip statt Abfluß­prin­zip

Eine Heiz­kos­ten­ab­rech­nung nach dem soge­nann­ten Abfluss­prin­zip ent­spricht nach einer aktu­el­len Ent­schei­dung des Bun­des­ge­richts­hofs nicht den Vor­ga­ben der Heiz­kos­ten­ver­ord­nung.

Heiz­kos­ten­ab­rech­nung – Leis­tungs­prin­zip statt Abfluß­prin­zip

Geklagt in dem jetzt vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall hat eine Ver­mie­te­rin, die von den beklag­ten Mie­tern die Nach­zah­lung von Heiz­kos­ten für die Jah­re 2007 und 2008 ver­langt. Bei den die­ser For­de­rung zugrun­de­lie­gen­den Heiz­kos­ten­ab­rech­nun­gen wur­den nach dem soge­nann­ten Abfluss­prin­zip ledig­lich die im Abrech­nungs­zeit­raum geleis­te­ten Zah­lun­gen der Ver­mie­ter an das Ener­gie­ver­sor­gungs­un­ter­neh­men als ent­stan­de­ne Kos­ten berück­sich­tigt. Die Par­tei­en strei­ten – unter ande­rem – um die Fra­ge, ob die Abrech­nung den Anfor­de­run­gen der Heiz­kos­ten­ver­ord­nung ent­spricht. Das Beru­fungs­ge­richt hat dies ver­neint, und ange­nom­men, die Beklag­ten sei­en aus die­sem Grund berech­tigt, den auf sie ent­fal­len­den Heiz­kos­ten­an­teil gemäß § 12 Heiz­kos­tenV um 15 % zu kür­zen1. Hier­ge­gen haben bei­de Par­tei­en Revi­si­on ein­ge­legt.

Nach Auf­fas­sung des Bun­des­ge­richts­hofs ent­spricht eine Heiz­kos­ten­ab­rech­nung nach dem Abfluss­prin­zip den Vor­ga­ben der Heiz­kos­ten­ver­ord­nung nicht. Gemäß § 7 Abs. 2 Heiz­kos­tenV sind die in die Abrech­nung ein­zu­stel­len­den Kos­ten des Betriebs der zen­tra­len Hei­zungs­an­la­ge ein­schließ­lich der Abgas­an­la­ge ins­be­son­de­re „die Kos­ten der ver­brauch­ten Brenn­stof­fe”. Die­ser Rege­lung ist zu ent­neh­men, dass nur die Kos­ten des im Abrech­nungs­zeit­raum tat­säch­lich ver­brauch­ten Brenn­stoffs abge­rech­net wer­den kön­nen (soge­nann­tes Leis­tungs­prin­zip). Dem wird eine Abrech­nung nach dem Abfluss­prin­zip nicht gerecht.

Ein der­ar­ti­ger Man­gel der Abrech­nung kann, nach Mei­nung des Bun­des­ge­richts­hofs, nicht durch eine Kür­zung der Heiz­kos­ten­for­de­rung nach § 12 Heiz­kos­tenV aus­ge­gli­chen wer­den. Denn die­se Vor­schrift betrifft nur den Fall, dass über die Kos­ten des im Abrech­nungs­zeit­raum ver­brauch­ten Brenn­stoffs nicht ver­brauchs­ab­hän­gig abge­rech­net wird. Um einen der­ar­ti­gen Abrech­nungs­feh­ler ging es im Streit­fall nicht.

Die Sache ist an das Beru­fungs­ge­richt zurück­ver­wie­sen wor­den; dort wird die Klä­ge­rin Gele­gen­heit haben, eine Abrech­nung nach dem Leis­tungs­prin­zip nach­zu­ho­len.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 1. Febru­ar 2012 – VIII ZR 156/​11

  1. LG Frank­furt/​Main, Urteil vom 12.04.2011 – 2 – 17 S 128/​10