Kos­ten für die Ein­ho­lung einer Deckungs­zu­sa­ge – und die Beru­fungs­sum­me

Nicht zuer­kann­te Kos­ten für die Ein­ho­lung einer Deckungs­zu­sa­ge kön­nen der Beschwer nur hin­zu­ge­rech­net wer­den, soweit die zugrun­de lie­gen­de Haupt­for­de­rung nicht mehr Pro­zess­ge­gen­stand ist 1.

Kos­ten für die Ein­ho­lung einer Deckungs­zu­sa­ge – und die Beru­fungs­sum­me

Aller­dings sind mit der Beru­fung wei­ter ver­folg­te Neben­for­de­run­gen im Sin­ne von § 4 Abs. 1 Halbs. 2 ZPO bei der Rechts­mit­tel­be­schwer (§ 511 Abs. 2 Nr. 1 ZPO) zu berück­sich­ti­gen, soweit sie Haupt­for­de­run­gen gewor­den sind. Sobald und soweit die Haupt­for­de­rung nicht mehr Pro­zess­ge­gen­stand ist, wird die Neben­for­de­rung zur Haupt­for­de­rung, weil sie sich von der sie bedin­gen­den For­de­rung gelöst hat und es ohne Haupt­for­de­rung kei­ne Neben­for­de­rung gibt 2.

Die von der Klä­ge­rin gel­tend gemach­ten Rechts­an­walts­kos­ten aus dem von der Beklag­ten vor­ge­richt­lich geleis­te­ten Betrag sind dem­nach zur Haupt­for­de­rung gewor­den. Inso­weit hat die Klä­ge­rin eine 1, 5fache Geschäfts­ge­bühr mit Aus­la­gen und Mehr­wert­steu­er gel­tend gemacht, wovon das Amts­ge­richt eine 1, 3fache Geschäfts­ge­bühr nebst Aus­la­gen und Mehr­wert­steu­er in Höhe von ins­ge­samt 718, 40 € zuer­kannt hat. Dem­nach war die Klä­ge­rin durch das erst­in­stanz­li­che Urteil nicht nur beschwert durch die nicht zuer­kann­ten rest­li­chen Miet­wa­gen­kos­ten, son­dern auch durch die nicht zuer­kann­ten außer­ge­richt­li­chen Rechts­an­walts­kos­ten, die zur Haupt­for­de­rung gewor­den waren.

Was die nicht zuer­kann­ten Kos­ten für die Ein­ho­lung einer Deckungs­zu­sa­ge anbe­langt, kön­nen die­se der Beschwer eben­falls nur hin­zu­ge­rech­net wer­den, soweit die zugrun­de lie­gen­de Haupt­for­de­rung nicht mehr Pro­zess­ge­gen­stand ist 3.

Da die zugrun­de lie­gen­de Haupt­for­de­rung in ers­ter Instanz – wie oben aus­ge­führt – nur teil­wei­se zuge­spro­chen wor­den ist, hat sich nur ein Teil der Kos­ten für die Ein­ho­lung einer Deckungs­zu­sa­ge von der Haupt­for­de­rung eman­zi­piert. Dies führt nicht dazu, dass in der Sum­me die Wert­gren­ze von 600 € über­schrit­ten wird.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 20. Mai 2014 – VI ZB 49/​12

  1. im Anschluss an BGH, Beschlüs­se vom 08.05.2012 – VI ZB 1/​11, VersR 2012, 1272 Rn. 7 mwN und – VI ZB 2/​11[]
  2. BGH, Beschlüs­se vom 21.01.2014 – VI ZB 43/​13 5; und vom 04.12 2007 – VI ZB 73/​06, VersR 2008, 557 Rn. 8; BGH, Beschlüs­se vom 11.01.2011 – VIII ZB 62/​10, WuM 2011, 177 Rn. 5; vom 31.03.2011 – V ZB 236/​10, NJW-RR 2011, 1026 Rn. 8; und vom 04.04.2012 – IV ZB 19/​11, VersR 2012, 881 Rn. 5[]
  3. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 08.05.2011 – VI ZB 1/​11, VersR 2012, 1272 Rn. 7 mwN und – VI ZB 2/​11[]