Eine Entscheidung des Beschwerdegerichts über die Zulassung der Rechtsbeschwerde ist für den Bundesgerichtshof als Rechtsbeschwerdegericht bindend (§ 574 Abs. 3 Satz 2 ZPO).
Hierbei kommt es nicht darauf an, ob das Beschwerdegericht die Voraussetzungen des § 574 Abs. 2 ZPO zutreffend beurteilt hat1. Die Zulassung der Rechtsbeschwerde durch die Kammer ist zudem unabhängig davon wirksam, ob – wie hier nicht – eine Übertragungsentscheidung des originär zuständigen Einzelrichters im Sinne von § 568 Satz 2 Nr. 2 ZPO vorliegt. An eine unter Verstoß gegen § 568 Satz 2 ZPO erfolgte Zulassung ist das Rechtsbeschwerdegericht gemäß § 574 Abs. 3 Satz 2 ZPO gleichwohl gebunden2.
Allerdings weist der Bundesgerichtshof im hier entschiedenen Fall ausdrücklich darauf hin, dass gegen eine Kostenentscheidung gemäß § 91a Abs. 1 Satz 1 ZPO die Rechtsbeschwerde nicht aus materiell-rechtlichen Gründen zugelassen werden darf, da es nicht Zweck des Kostenverfahrens ist, Rechtsfragen von grundsätzlicher Bedeutung zu klären oder das Recht fortzubilden, soweit es – wie im Streitfall – um Fragen des materiellen Rechts geht3.
Bundesgerichtshof, Beschluss vom 23. April 2024 – VIII ZB 75/23
- st. Rspr.; vgl. nur BGH, Beschlüsse vom 27.04.2021 – VIII ZB 44/20, NJW-RR 2021, 737 Rn. 10; vom 30.01.2024 – VIII ZB 43/23 14; jeweils mwN[↩]
- vgl. BGH, Beschluss vom 30.04.2020 – I ZB 61/19, BGHZ 225, 252 Rn. 21 mwN[↩]
- st. Rspr.; vgl. BGH, Beschlüsse vom 28.10.2008 – VIII ZB 28/08, NJW-RR 2009, 422 Rn. 5; vom 14.05.2013 – VIII ZB 51/12 6; vom 19.09.2023 – VIII ZB 44/22, NJW-RR 2023, 1572 Rn. 4 f.; vom 30.01.2024 – VIII ZB 43/23 14; jeweils mwN[↩]
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