Nach­trags­ver­tei­lung nach Ein­stel­lung des Insol­venz­ver­fah­rens man­gels Mas­se

Die Anord­nung einer Nach­trags­ver­tei­lung ist auch im Anschluss an eine Ein­stel­lung des Insol­venz­ver­fah­rens man­gels einer die Ver­fah­rens­kos­ten decken­den Mas­se zuläs­sig 1. Die Rege­lung des § 211 Abs. 3 InsO gilt nicht nur, wenn nach­träg­lich Gegen­stän­de der Mas­se ermit­telt wer­den, son­dern auch in den Fäl­len des § 203 Abs. 1 Nr. 1 und 2 InsO, und ist mit die­sem Umfang ent­spre­chend anzu­wen­den, wenn das Ver­fah­ren nach § 207 InsO ein­ge­stellt wur­de.

Nach­trags­ver­tei­lung nach Ein­stel­lung des Insol­venz­ver­fah­rens man­gels Mas­se

Im Streit­fall ist nach dem Antrag des vor­ma­li­gen Insol­venz­ver­wal­ters davon aus­zu­ge­hen, dass zuguns­ten der Mas­se ein durch­setz­ba­rer Anspruch auf Vor­steu­er­erstat­tung besteht. Hin­sicht­lich die­ses Anspruchs kann auf Antrag des inso­weit noch befug­ten vor­ma­li­gen Ver­wal­ters trotz der Been­di­gung des Insol­venz­ver­fah­rens nach § 207 InsO die Nach­trags­ver­tei­lung ana­log § 211 Abs. 3, § 203 Abs. 1 InsO ange­ord­net wer­den.

Die Löschung der Schuld­ne­rin im Han­dels­re­gis­ter nach Durch­füh­rung des Insol­venz­ver­fah­rens (vgl. § 394 Abs. 1 Satz 2 FamFG) steht der Anord­nung der Nach­trags­ver­tei­lung nicht ent­ge­gen. Sofern noch Ver­mö­gen vor­han­den ist, ist eine Gesell­schaft trotz ihrer Löschung nicht been­det und bleibt für eine Nach­trags­li­qui­da­ti­on par­tei­fä­hig 2. Ent­spre­chend kann eine Nach­trags­ver­tei­lung nach § 203 InsO ange­ord­net wer­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. Janu­ar 2014 – IX ZB 122/​12

  1. BGH, Beschluss vom 10.10.2013 – IX ZB 40/​13, WM 2013, 2180 Rn. 7 ff[]
  2. BGH, Urteil vom 18.01.1994 – XI ZR 95/​93, NJW-RR 1994, 542 mwN; Baumbach/​Hueck/​Haas, GmbHG, 20. Aufl., § 60 Rn. 7, 104; Münch­Komm-GmbH­G/Ber­ner, § 60 Rn. 38 f; Beckmann/​Hofmann in Gehrlein/​Ekkenga/​Simon, GmbHG, vor §§ 60 ff Rn. 810, § 60 Rn. 2 und 34[]