PKH-Antrag für ein Rechts­mit­tel – und die erfor­der­li­che Erklä­rung

Einer bedürf­ti­gen Par­tei, die ein Rechts­mit­tel ein­le­gen will, ist grund­sätz­lich Wie­der­ein­set­zung in den vori­gen Stand wegen schuld­lo­ser Frist­ver­säu­mung (§§ 233 ff. ZPO) zu gewäh­ren, wenn sie bis zum Ablauf der Rechts­mit­tel­frist ein Pro­zess­kos­ten­hil­fe­ge­such ein­ge­reicht hat und sie ver­nünf­ti­ger­wei­se nicht mit der Ver­wei­ge­rung der Pro­zess­kos­ten­hil­fe wegen feh­len­der Bedürf­tig­keit rech­nen muss­te 1.

PKH-Antrag für ein Rechts­mit­tel – und die erfor­der­li­che Erklä­rung

Dies setzt vor­aus, dass dem Antrag auf Bewil­li­gung von Pro­zess­kos­ten­hil­fe eine ord­nungs­ge­mäß aus­ge­füll­te Erklä­rung über die per­sön­li­chen und wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se nebst den erfor­der­li­chen Bele­gen bei­gefügt wor­den ist 2.

Eine Wie­der­ein­set­zung kommt zwar grund­sätz­lich dar­über hin­aus in Betracht, sofern auch der ver­spä­te­te Ein­gang des Pro­zess­kos­ten­hil­fe­an­trags nebst Anla­gen unver­schul­det ist und inner­halb der Frist des § 234 ZPO nach­ge­holt wird 3. Hier­für bedarf es nicht eines Antrags auf Wie­der­ein­set­zung wegen die­ses Ver­säum­nis­ses.

Vor­lie­gend ent­hielt der ange­foch­te­ne Beschluss eine ord­nungs­ge­mä­ße Rechts­mit­tel­be­leh­rung. Der Schuld­ner wuss­te, dass im Ver­fah­ren der Zwang besteht, sich durch einen Rechts­an­walt ver­tre­ten zu las­sen. Hat­te er hier­für die Mit­tel nicht, hät­te er sich bereits ab Zustel­lung des ange­foch­te­nen Beschlus­ses bemü­hen müs­sen, hier­für Pro­zess­kos­ten­hil­fe zu bekom­men. Dazu gehört nöti­gen­falls die Erkun­di­gung, auf wel­che Art das gesche­hen kann.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 20. Mai 2015 – VII ZB 66/​14

  1. st. Rspr.; vgl. BGH, Beschluss vom 16.11.2010 – VIII ZB 55/​10, NJW 2011, 230 Rn. 7 m.w.N.[]
  2. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 16.11.2010 – VIII ZB 55/​10, aaO; vom 02.04.2008 – XII ZB 131/​06, NJW-RR 2008, 1518 Rn. 11; vom 13.02.2008 – XII ZB 151/​07, NJW-RR 2008, 942 Rn. 10; jeweils m.w.N.[]
  3. BGH, Beschluss vom 02.04.2008 XII ZB 131/​06, aaO Rn. 13 m.w.N.[]