Pro­zess­kos­ten­hil­fe für den Insolvenzverwalter

§ 116 Satz 1 Nr. 1 ZPO macht die Bewil­li­gung von Pro­zess­kos­ten­hil­fe für die Par­tei kraft Amtes von zwei Vor­aus­set­zun­gen abhän­gig, die kumu­la­tiv vor­lie­gen müssen.

Pro­zess­kos­ten­hil­fe für den Insolvenzverwalter
  1. Zum einen dür­fen die Kos­ten nicht aus der ver­wal­te­ten Ver­mö­gens­mas­se auf­zu­brin­gen sein.
  2. Zum ande­ren darf den am Gegen­stand des Rechts­streits wirt­schaft­lich Betei­lig­ten nicht zuzu­mu­ten sein, die Kos­ten aufzubringen.

Unter­liegt die Par­tei dem For­mu­larzwang des § 117 Abs. 2 Satz 1, Abs. 4 ZPO, ist hier­für erfor­der­lich, dass dem Antrag inner­halb der Rechts­mit­tel­frist eine voll­stän­dig und wahr­heits­ge­mäß aus­ge­füll­te Erklä­rung über die per­sön­li­chen und wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se (For­mu­lar nach § 117 Abs. 4 ZPO) nebst den inso­weit not­wen­di­gen Bele­gen bei­gefügt wird1.

Für eine Par­tei kraft Amtes deren Antrag nach § 116 Satz 1 Nr. 1 ZPO zu beur­tei­len ist, gilt der For­mu­larzwang nicht. Dies ent­bin­det die Par­tei kraft Amtes jedoch nicht von der Pflicht, die tat­säch­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für die Bewil­li­gung von Pro­zess­kos­ten­hil­fe frist­ge­recht dar­zu­le­gen. Dies gilt auch für die Umstän­de, derent­we­gen den am Gegen­stand des Rechts­streits wirt­schaft­lich Betei­lig­ten eine Pro­zess­fi­nan­zie­rung nicht zumut­bar ist2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 4. März 2021 – IX ZB 17/​20

  1. BGH, Beschluss vom 25.04.2019 – III ZB 104/​18, Beck­RS 2019, 11419 Rn. 6; vom 18.06.2020, aaO[]
  2. BGH, Beschluss vom 04.12.2012 – II ZA 3/​12, NZI 2013, 82 Rn. 3; vom 18.05.2017 – IX ZA 9/​17, ZIn­sO 2017, 1428 Rn. 4[]

Bild­nach­weis:

Weiterlesen:
Klagezuständigkeit bei unbekanntem Wohnsitz