Pro­zess­kos­ten­hil­fe für den Insol­venz­ver­wal­ter trotz Mas­se­kos­ten­ar­mut

Dem Insol­venz­ver­wal­ter kann Pro­zess­kos­ten­hil­fe zwecks Ein­zie­hung einer For­de­rung des Schuld­ners nicht gemäß § 114 Satz 1 ZPO unter dem Gesichts­punkt einer mut­wil­li­gen Rechts­ver­fol­gung ver­sagt wer­den, wenn eine bestehen­de Mas­se­kos­ten­ar­mut bei Statt­ga­be der beab­sich­tig­ten Kla­ge besei­tigt wer­den kann.

Pro­zess­kos­ten­hil­fe für den Insol­venz­ver­wal­ter trotz Mas­se­kos­ten­ar­mut

Schon aus dem Beschluss des Bun­des­ge­richts­hofs vom 16.07.2009 [1] ergibt sich, dass ein Klä­ger bei Mas­se­kos­ten­ar­mut nur dann kei­nen Anspruch auf Pro­zess­kos­ten­hil­fe hat, wenn die Durch­set­zung eines Kla­ge­an­spruchs nicht dazu geeig­net ist, eine Mas­se­kos­ten­ar­mut abzu­wen­den. Die­se Ansicht hat der Bun­des­ge­richts­hof in einem Beschluss vom 22.11.2012 aus­drück­lich bekräf­tigt und ein­ge­hend begrün­det [2].

Ob eine statt­ge­ben­de Ent­schei­dung gegen die Antrags­geg­ne­rin wirt­schaft­lich durch­ge­setzt wer­den kann, bedarf der tatrich­ter­li­chen Bewer­tung. In die­sem Zusam­men­hang kommt der Höhe der For­de­rung und der Stel­lung des Antrags­geg­ners maß­geb­li­che Bedeu­tung zu [3]. Auch die Stel­lung der Antrags­geg­ne­rin – im vor­lie­gen­den Fall als Kauf­frau und als Eigen­tü­me­rin eines Haus­grund­stücks sowie einer wei­te­ren Immo­bi­lie – bedarf – gera­de im Hin­blick auf die kon­kre­te For­de­rungs­hö­he – hier­bei nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hofs einer geson­der­ter Bewer­tung.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 7. Febru­ar 2013 – IX ZB 73/​12

  1. BGH, Beschluss vom 16.07.2009 – IX ZB 221/​08, NZI 2009, 602 Rn. 4[]
  2. BGH, Beschluss vom 22.11.2012 – IX ZB 62/​12, ZIP 2012, 2526[]
  3. BGH, Beschluss vom 22.11.2012, aaO Rn. 13[]