Repa­ra­tur­kos­ten­ga­ran­tie trotz über­schrit­te­nen War­tungs­in­ter­valls

Der unein­ge­schränk­te Aus­schluss einer Repa­ra­tur­kos­ten­ga­ran­tie durch All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen für den Fall, dass der Käu­fer eine ihm auf­er­leg­te Oblie­gen­heit zur Durch­füh­rung von Fahr­zeug­inspek­tio­nen nicht erfüllt, benach­tei­ligt den Käu­fer unan­ge­mes­sen und ist daher nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hofs unwirk­sam.

Repa­ra­tur­kos­ten­ga­ran­tie trotz über­schrit­te­nen War­tungs­in­ter­valls

Dem heu­te ver­kün­de­ten Urteil liegt im Wesent­li­chen fol­gen­der Sach­ver­halt zugrun­de: Die Beklag­te gewähr­te dem Klä­ger eine Repa­ra­tur­kos­ten­ga­ran­tie für ein Fahr­zeug, wel­ches er gebraucht von einem Händ­ler erwor­ben hat­te. Nach dem von der Beklag­ten ver­wen­de­ten For­mu­lar­ver­trag hat der Käufer/​Garantienehmer Wartungs‑, Inspek­ti­ons- und Pfle­ge­ar­bei­ten nach den vom Fahr­zeug­her­stel­ler vor­ge­schrie­be­nen oder emp­foh­le­nen Richt­li­ni­en vor­neh­men zu las­sen. Für den Fall der Ver­let­zung die­ser Oblie­gen­heit sehen die Garan­tie­be­din­gun­gen der Beklag­ten vor, dass sie von ihrer Leis­tungs­pflicht befreit ist. Anfang 2004 wur­de ein erhöh­tes Axi­al­spiel an der Kur­bel­wel­le des Fahr­zeugs fest­ge­stellt, wel­ches der Klä­ger repa­rie­ren ließ. Das nach den Her­stel­lerricht­li­ni­en vor­ge­se­he­ne War­tungs­in­ter­vall von 15.000 km hat­te der Klä­ger zu die­ser Zeit um 827 km über­schrit­ten.

Mit der Kla­ge hat er begehrt, die Ver­pflich­tung der Beklag­ten als Garan­tie­ge­be­rin zur Über­nah­me der Repa­ra­tur­kos­ten fest­zu­stel­len. Die Kla­ge hat­te in zwei­ter Instanz Erfolg.

Der Bun­des­ge­richts­hof hat die vom Beru­fungs­ge­richt zuge­las­se­ne Revi­si­on der Beklag­ten zurück­ge­wie­sen. Die strei­ti­ge Klau­sel über die Befrei­ung der Beklag­ten von ihrer Leis­tungs­pflicht unter­liegt der gesetz­lich vor­ge­se­he­nen Inhalts­kon­trol­le von All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen, weil die Klau­sel das im Garan­tie­ver­trag zuvor gege­be­ne Leis­tungs­ver­spre­chen der Beklag­ten ein­schränkt (§ 307 Abs. 3 Satz 1 BGB).

Die Klau­sel ist unwirk­sam, weil sie den Garan­ti­eneh­mer unan­ge­mes­sen benach­tei­ligt (§ 307 Abs. 1 Satz 1 BGB). Sie schließt die Leis­tungs­pflicht des Klau­sel­ver­wen­ders ohne Rück­sicht dar­auf aus, ob die Über­schrei­tung des War­tungs­in­ter­valls für den ein­ge­tre­te­nen Scha­den ursäch­lich gewor­den ist. Dem kann die Beklag­te nicht mit Erfolg ent­ge­gen­hal­ten, dass sie zur Prü­fung der Kau­sa­li­täts­fra­ge unter Umstän­den zahl­rei­che gericht­li­che Aus­ein­an­der­set­zun­gen füh­ren müss­te. Denn es ist ihr nicht ver­wehrt, die Beweis­last für das Feh­len der Ursäch­lich­keit dem Kun­den auf­zu­er­le­gen. Dadurch kann sie der Gefahr einer unge­recht­fer­tig­ten Inan­spruch­nah­me wirk­sam begeg­nen.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 17. Okto­ber 2007 – VIII ZR 251/​06