Ver­kürz­te Gewähr­le­si­tungs­fris­ten beim Gebraucht­wa­gen­kauf

Eine Klau­sel in All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen (hier: eines Gebraucht­wa­gen­kauf­ver­trags), mit der die gesetz­li­che Ver­jäh­rungs­frist für die Ansprü­che des Käu­fers wegen eines Man­gels der ver­kauf­ten Sache abge­kürzt wird, ist wegen Ver­sto­ßes gegen die Klau­sel­ver­bo­te des § 309 Nr. 7 Buchst. a und b BGB ins­ge­samt unwirk­sam, wenn die in die­sen Klau­sel­ver­bo­ten bezeich­ne­ten Scha­dens­er­satz­an­sprü­che nicht von der Abkür­zung der Ver­jäh­rungs­frist aus­ge­nom­men wer­den1.

Ver­kürz­te Gewähr­le­si­tungs­fris­ten beim Gebraucht­wa­gen­kauf

Gemäß § 438 Abs. 1 Nr. 3 BGB beträgt die gesetz­li­che Ver­jäh­rungs­frist für kauf­ver­trag­li­che Gewähr­leis­tungs- und Scha­dens­er­satz­an­sprü­che zwei Jah­re.

Nach den Klau­sel­ver­bo­ten in § 309 Nr. 7 Buchst. a und b BGB kann in All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen die Ver­schul­dens­haf­tung für Kör­per- und Gesund­heits­schä­den nicht, für sons­ti­ge Schä­den nur für den Fall ein­fa­cher Fahr­läs­sig­keit aus­ge­schlos­sen oder begrenzt wer­den2. Eine Begren­zung der Haf­tung im Sin­ne des § 309 Nr. 7 Buchst. a und b BGB ist auch die zeit­li­che Begren­zung der Durch­setz­bar­keit ent­spre­chen­der Scha­dens­er­satz­an­sprü­che durch Abkür­zung der gesetz­li­chen Ver­jäh­rungs­fris­ten3.

Hier­ge­gen ver­stößt eine All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gung, in der die Ansprü­che des Käu­fers wegen Sach­män­geln ins­ge­samt einer Ver­jäh­rungs­frist von einem Jahr unter­stellt und somit auch Scha­dens­er­satz­an­sprü­che des Käu­fers umfasst wer­den, die auf Ersatz eines Kör­per- oder Gesund­heits­scha­dens wegen eines vom Ver­käu­fer zu ver­tre­ten­den Man­gels gerich­tet oder auf gro­bes Ver­schul­den des Ver­käu­fers oder sei­ner Erfül­lungs­ge­hil­fen gestützt sind.

Hier­an ändert nach Ansich des Bun­des­ge­richts­hofs auch eine wei­te­re Bestim­mung in den All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen nichts, in der die Haf­tung für Schä­den aus der Ver­let­zung des Lebens, des Kör­pers oder der Gesund­heit zwar von der gegen­ständ­li­chen Haf­tungs­be­schrän­kung, nicht dage­gen von der zeit­li­chen Haf­tungs­be­gren­zung aus­ge­nom­men wird.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 29. Mai 2013 – VIII ZR 174/​12

  1. Bestä­ti­gung von BGH, Urtei­le vom 15.11.2006 – VIII ZR 3/​06, BGHZ 170, 31 Rn. 19; und vom 26.022009 – Xa ZR 141/​07, NJW 2009, 1486 Rn. 17
  2. BGH, Urtei­le vom 15.11.2006 – VIII ZR 3/​06, BGHZ 170, 31 Rn.19; vom 19.09.2007 – VIII ZR 141/​06, BGHZ 174, 1 Rn. 10; BGH, Urteil vom 26.02.2009 – Xa ZR 141/​07, NJW 2009, 1486 Rn. 17
  3. BGH, Urteil vom 15.11.2006 – VIII ZR 3/​06, aaO; BGH, Urteil vom 26.02.2009 – Xa ZR 141/​07, aaO