Persönlichkeitsstörung – und die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus

20. März 2015 | Strafrecht
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Eine diagnostizierte Persönlichkeitsstörung kann die Annahme einer schweren anderen seelischen Abartigkeit nur dann begründen, wenn sie Symptome aufweist, die in ihrer Gesamtheit das Leben eines Angeklagten vergleichbar schwer und mit ähnlichen Folgen stören, belasten oder einengen wie krankhafte seelische Störungen1.

Handelt es sich – wie bei der hier diagnostizierten “dissozialen Persönlichkeitsstörung” – um ein eher unspezifisches Störungsbild, das immer auch noch als – möglicherweise extreme – Spielart menschlichen Wesens einzuordnen sein kann, wird der Grad einer “schweren anderen seelischen Abartigkeit” regelmäßig erst dann erreicht, wenn der Täter aus einem mehr oder weniger unwiderstehlichen Zwang heraus gehandelt hat2.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 11. Februar 2015 – 4 StR 498/14

  1. st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 14.08.2014 – 4 StR 163/14, Rn. 27, NJW 2014, 3382, 3384; Urteil vom 26.04.2007 – 4 StR 7/07, NStZ-RR 2008, 274; Beschluss vom 21.09.2004 – 3 StR 333/04, NStZ 2005, 326, 327; Urteil vom 21.01.2004 – 1 StR 346/03, BGHSt 49, 45, 52 f.; Beschluss vom 21.10.1998 – 3 StR 416/98; NStZ-RR 1999, 136 mwN
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 23.10.2007 – 4 StR 358/07, NStZ-RR 2008, 70, 71; Beschluss vom 25.02.2003 – 4 StR 30/03, NStZ-RR 2003, 165, 166; Beschluss vom 06.02.1997 – 4 StR 672/96, BGHSt 42, 385, 388

 
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